IT-Sicherheit in Behörden Zwischen Verfolgungswahn und Fahrlässigkeit

Redakteur: Manfred Klein

Live und unzensiert präsentiert die Kongressmesse Moderner Staat das Thema IT-Sicherheit. Der Profi-Hacker und Experte für IT-Forensik Mark Semmler zeigt in Berlin anhand von Live-Demonstrationen, welchen aktuellen Angriffen und Gefahren die IT-Infrastrukturen von Behörden ausgesetzt sind.

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Die IT-Systeme werden nicht nur zunehmend komplexer, auch die Gefahren von Angriffen auf die elektronischen Infrastrukturen steigen. Welche aktuellen Angriffe drohen? Wie sehen die effektivsten Sicherheitsmaßnahmen aus? Im Kongressprogramm von Moderner Staat hinterfragt Mark Semmler die Antworten des Gesetzgebers kritisch und zeigt Lösungsmöglichkeiten auf.

Herr Semmler, wie reagieren Ihre Zuschauer, wenn Sie vor deren Augen Ihre IT-Systeme knacken?

Semmler: Die Reaktionen sind ganz unterschiedlich. Ungläubiges Staunen („Ich hat ja schon immer mal etwas darüber gehört – aber dass es so einfach ist, habe ich nicht erwartet.“), echte Betroffenheit („Das gibt es doch gar nicht!“) bis zu mittelschweren Panik-Attacken („Moment, ich muss mal mit meinem Administrator telefonieren – das System haben wir nämlich auch!“).

Der Lagebericht des BSI belegt, dass es ein unverändert hohes Bedrohungsniveau gibt. Wie ist es um die IT-Sicherheit von Behörden bestellt?

Semmler: Die Situation muss man differenziert betrachten – pauschale Antworten sind aufgrund der Vielfalt, die sich hinter dem Begriff „die Behörden“ verbirgt, nicht möglich: Es gibt Behörden, die ihre IT-Infrastruktur im Griff haben. Diese gehören aber, auf die große Masse gesehen, leider einer absoluten Minderheit an. Bei den meisten Behörden – egal auf welcher Ebene – wird die Informationssicherheit nach unserer Erfahrung mit Füßen getreten oder bestenfalls als notwendiges Übel angesehen. Wir haben nicht wenige Behörden erlebt – darunter auch Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) – bei denen Informationssicherheit ein reines Lippenbekenntnis ist.

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