Datenverarbeitungszentrum Mecklenburg-Vorpommern Zwei elektronische Grundbücher verloren

Redakteur: Gerald Viola

Rund fünf Monate wurde hektisch gesucht und geschwiegen. Jetzt bekannte das Justizministerium Mecklenburg-Vorpommern: „In der Zeit zwischen Freitag, 6. März 2009, und Montag, 9. März 2009, ist bei der Datenverarbeitungszentrum (DVZ) Mecklenburg-Vorpommern GmbH ein USB-Stick in Verlust geraten.“ Der brisante Inhalt: Kopien der Datenbanken der Grundbuchämter Demmin und Ribnitz-Damgarten.“ Alleiniger Gesellschafter der DVZ M-V GmbH (Selbstdarstellung: „Seit mehr als dreißig Jahren betreiben wir sichere IT-Infrastrukturen im eigenen Rechenzentrum.“) ist das Land Mecklenburg-Vorpommern.

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Der USB-Stick war mit den Grundbuchdaten befüllt worden, um Wartungsarbeiten durch den Software-Hersteller zu ermöglichen. Das Justizministerium und der Landesbeauftragte für Datenschutz in einer gemeinsamen Presseerklärung: „Trotz intensiver Sofortmaßnahmen des Dienstleisters und eines sofort eingeleiteten staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahrens konnte der Hergang des Verlustes nicht aufgeklärt werden.“

Peinlich: „Eine durch das Justizministerium veranlasste Untersuchung hat jetzt ergeben, dass das Sichtbarmachen der kopierten Grundbuchdaten entgegen ursprünglicher Annahme nicht völlig ausgeschlossen werden kann. Obwohl es unwahrscheinlich ist, dass ein Unberechtigter mit Erfolg versucht, den in den Grundbüchern eingetragenen Text (Flurstücks- und Lagebezeichnungen, Name, Geburtsdaten und Belastungen) sichtbar zu machen, halten das Justizministerium und der Landesbeauftragte eine Information der betroffenen Grundstückseigentümer und Berechtigten für erforderlich. Diese erfolgt durch eine Mitteilung im Amtlichen Anzeiger für Mecklenburg-Vorpommern sowie durch Aushang an den jeweiligen Gerichten.“

Für die Original-Grundbücher bestehe jedoch keine Gefahr: „Eine Beeinflussung oder Manipulation der Grundbuchdaten durch einen Unberechtigten ist mit Sicherheit ausgeschlossen. Durch die auf den USB-Stick kopierten Daten wird kein Zugriff auf den Originalbestand der Grundbuchdaten ermöglicht. Damit ist der durch das Grundbuch gewährleistete gute Glauben nicht erschüttert.“

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