Biobanken-Symposium

Zusammenarbeit in der Biobanken-Forschung

| Redakteur: Jürgen Sprenzinger

Das Deutsche Biobanken-Register stellt sich die Aufgabe, bestehende Ressourcen besser nutzbar zu machen und den Austausch der Biobanken-Betreiber und -Forscher zu unterstützen
Das Deutsche Biobanken-Register stellt sich die Aufgabe, bestehende Ressourcen besser nutzbar zu machen und den Austausch der Biobanken-Betreiber und -Forscher zu unterstützen (Bild: Deutsches Biobank-Register)

Praktische Lösungsansätze beim Aufbau und Betrieb von Biobanken in der medizinischen Forschung stehen im Mittelpunkt des dritten Nationalen Biobanken-Symposiums, zu dem aktuell rund 290 Wissenschaftler, Biobanken- und IT-Spezialisten und Kliniker in Berlin zusammenkommen.

Die vom Deutschen Biobanken-Register auf Initiative der TMF ausgerichtete Veranstaltung hat sich mittlerweile als spezifischer nationaler Fachkongress zwischen Biobankbetreibern und -nutzern etabliert. Dieser intensive Austausch sei wichtig und trage wesentlich zur Stärkung der Biobanken in Deutschland und zur Verbesserung ihrer internationalen Einbindung und Sichtbarkeit bei, betonte der TMF-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Michael Krawczak in der Eröffnung des Symposiums.

Vom Konzept zur Realisierung

Unter dem Titel „Vom Konzept zur Realisierung“ stellten Forscher und Kliniker am ersten Symposiumstag ihre Erfahrungen mit dem Biobanking in klinischen und epidemiologischen Studien vor. Eine zentrale Rolle spielt dabei auch die Etablierung einer effektiven IT-Infrastruktur. Damit steigen jedoch die Anforderungen an die Standardisierung der Beschreibung und Dokumentation der Proben. Eine frühzeitige Einigung auf Standards mache die Unterstützung der Dokumentation durch IT deutlich einfacher, erklärte Programmkomitee-Mitglied Dr. Sara Y. Nußbeck, Universitätsmedizin Göttingen, in einem Interview mit der TMF im Vorfeld des Biobanken-Symposiums. Bereits bestehende Standards müssten viel stärker publik gemacht und geschult werden. Für die effiziente Nutzung von Biomaterialien zur Forschung stellt die International Society for Biological and Environmental Repositories (ISBER) ihre Initiativen und erfolgreichen Arbeiten vor.

Abstimmungsworkshop des Nationalen Biobanken-Knotens

Das Projekt „German Biobank Node“ (GBN), der nationale Knoten für die europäische Biobanken-Infrastruktur BBMRI-ERIC, nutzt das Symposium für einen Abstimmungsworkshop mit den Vertretern der Biobanken in Deutschland. Unter der Leitung von GBN-Koordinator Prof. Dr. Michael Hummel (Charité – Universitätsmedizin Berlin), der auch Sprecher der TMF-Arbeitsgruppe Biomaterialbanken ist, stellen die Projektpartner ihre Vorhaben zur Diskussion. Dazu gehört auch eine Stärkung der Biobanken-Kommunikation und Einbindung von Öffentlichkeiten in die Biobanken-Forschung.

Ausblick: Biomarker zur Bestimmung der Probenqualität

Ein wesentliches Thema des zweiten Symposiumstages ist – neben ethischen Aspekten und dem Dialog mit der Industrie – neue Entwicklungen zur Qualitätssicherung und -bestimmung von Bioproben. Zwei Beiträge aus den USA beleuchten krybiologische Erkenntnisse oder. stellen aktuelle Ergebnisse zu evidenzbasierten Markern für Probensammlung, -prozessierung und -lagerung vor.

Deutsches Biobanken-Register – was ist das?

Medizinische Biomaterialbanken mit humanen Proben und den zugehörigen Daten werden unabhängig voneinander an ganz unterschiedlichen Institutionen eingerichtet, beispielsweise in Kliniken, Forschungsinstituten oder Pharma- oder Biotech-Unternehmen. Sie werden dort zu vielfältigen Zwecken der Diagnostik und der Forschung geführt. Das Deutsche Biobanken-Register gibt erstmals eine öffentlich verfügbare Übersicht über die in Deutschland bestehenden medizinisch relevanten Biobanken.

Ziel ist es dabei, bestehende Ressourcen besser nutzbar zu machen und den Austausch der Biobanken-Betreiber und -Forscher weiter zu unterstützen. Des Weiteren soll das Deutsche Biobanken-Register auch dazu beitragen, in der Öffentlichkeit Transparenz und Verständnis für die Zielsetzungen und die Arbeitsweise von Biobanken zu schaffen.

Das Deutsche Biobanken-Register stellt nicht nur die Kontaktdaten der registrierten Biobanken bereit, sondern kann auch Auskunft geben über die jeweils vorgehaltenen Materialien und die jeweilige Forschungsrichtung. Dabei können die teilnehmenden Biobanken ihre Daten jederzeit individuell anpassen und aktualisieren.

Das Register steht zunächst in deutscher Sprache zur Verfügung und wird in seiner englischen Version auch die internationale Sichtbarkeit der deutschen Biobanken stärken. Ein integriertes User-Portal unterstützt die Kommunikation der Forscher untereinander und mit der Öffentlichkeit.

Das Deutsche Biobanken-Register wird von einem Kuratorium wissenschaftlich begleitet. Aufgabe der Kuratoriums-Mitglieder ist es, die Entwicklung des Registers voranzutreiben, die Aktualität der Daten sicherzustellen, das User-Portal zu moderieren und kontinuierlich die Nutzung und Akzeptanz des Registers zu evaluieren.

Das Register wird von der TMF – Technologie- und Methodenplattform für die medizinische Forschung (TMF) betrieben und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

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