Die Schweiz als Vorbild für Prozessoptimierer

Zukunftskongress sucht neue Wege der IT-Standardisierung

| Redakteur: Manfred Klein

Staatssekretärin Cornelia Rogall-Grothe macht sich für eine IT-Standardisierung nach Schweizer Art stark
Staatssekretärin Cornelia Rogall-Grothe macht sich für eine IT-Standardisierung nach Schweizer Art stark (Foto: Bundesinnenministerium)

Seit den Anfängen von eGovernment träumen die Macher davon, über Prozess­optimierungen und einheitliche IT-Infrastrukturen die Verwaltungen effektiver und sparsamer zu machen. Doch die Erfolge hinter den Erwartungen zurück. In der heute erscheinenden Ausgabe berichtet eGovernment Computing wie der Zukunftskongress sich des Themas annimmt.

Wird sich das mit dem neuen eGovernment-Gesetz nun ändern?Denn die nächste Herausforderung in Sachen Standardisierung und Prozess­optimierung zeichnet sich unter dem Stichwort „mobile Government“ bereits ab. Dabei ist zu bedenken, dass mobile Government mehr ist als die Bereitstellung von klassischen Web-Inhalten für Smart­phones. Es erfordert schlankere Prozesse, neue Authentifizierungs-Tools und Sicherheitsmaßnahmen.

Die Bundesbeauftragte für Informationstechnologie, Staatssekretärin Cornelia Rogall-Grothe, bewertet die Lage so: „Die Bürger erwarten von der Öffentlichen Verwaltung zu Recht, dass sie einfach, schnell und sicher erreichbar ist. Das eGovernment-Gesetz schafft für die Verwaltung den Rahmen, um durchgängig und medienbruchfrei über Verwaltungsgrenzen hinweg elektronisch zu kommunizieren. Erforderlich ist dafür eine Harmonisierung des Datenaustauschs, etwa durch technische Standards und eine gleiche Semantik.

Mit der Nationalen Prozessbibliothek wurde – in Kooperation mit den Ländern Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin sowie mit der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) – erstmals eine im föderalen Gefüge übergreifende Plattform für Prozesse und Prozesswissen in der Öffentlichen Verwaltung aufgebaut.

Verwaltungsabläufe aus Bund, Ländern und Kommunen werden dort zentral hinterlegt und sind jederzeit online abrufbar. Über Community-Funktionen wie Wiki, Chat, Foren, Tutorien etc. wird der Austausch über die Verwaltungsebenen hinweg befördert.

Eine Herausforderung bei der Standardisierung von Prozessinformationen ist der Umgang mit den unterschiedlichsten Sichtweisen, die beispielsweise Organisatoren oder IT-Verantwortliche auf Prozesse haben. Oft existieren unterschiedliche Beschreibungen zu ein und demselben Prozess.

Im Rahmen künftiger Standardisierungsaktivitäten halte ich es daher für sinnvoll, ähnlich wie in der Schweiz, Standards zur Beschreibung von Prozessen in der Öffentlichen Verwaltung festzulegen.“

Ähnlich sieht das auch Roland Jabkowski, Geschäftsführer des österreichischen Bundesrechenzentrum in Wien: „Die größten Herausforderungen bei der Optimierung von Verwaltungsprozessen lagen bisher in der behördenübergreifenden Standardisierung von Prozessen. Etwa in der Aktenverwaltung, im Personalmanagement oder der Haushaltsverrechnung wurde in Österreich viel erreicht. Künftig werden Transparenz, Partizipation und Kollaboration im Mittelpunkt stehen, auch mobil. Die IT wird dabei einen großen Beitrag nicht nur zur Effizienzsteigerung leisten.“

Wie zukunftsfähige Strategien dazu aussehen könnten, erfahren Sie am 25. Juni auf dem Zukunftskongress, wenn sich das Zukunftsforum VII um 16 Uhr unter der Moderation von eGovernment Computing des Themas annimmt.

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