De-Mail 2014

Zukunft der Kommunikation im eGovernment weiterhin umstritten

| Redakteur: Manfred Klein

Zukunft von De-Mail weiterhin umstritten
Zukunft von De-Mail weiterhin umstritten (Foto_ BMI)

In Sachen De-Mail haben sich noch kurz vor Jahresesende Licht und Schatten abgewechselt. Während Datenschützer nach wie vor die fehlende Ende-zu-Ende-Verschlüsselung kritisierten, melden die TK-Provider weitere Erfolge.

So meldete die Deutsche Telekom, einsteigendes Interesse des öffentlichen Sektors an De-Mail. Bis zum Jahresende habe das Unternehmen schon mehr als 500 Aufträge der Öffentlichen Verwaltung gewonnen. Und das am 31. August 2013 in Kraft getretene E-Government-Gesetz (EGovG) werde die Nachfrage weiter verstärken.

Das Gesetz soll die elektronische Kommunikation mit Behörden vereinfachen. Sie sind künftig verpflichtet, elektronische Dokumente entgegenzunehmen.

"Mithilfe von De-Mail reduzieren Behörden ihre Durchlauf- und Bearbeitungszeiten und sparen Geld für Druck, Porto und Papier. Außerdem liegen Dokumente direkt online vor und müssen nicht noch gescannt oder physisch transportiert sowie archiviert werden", so die Telekom.

Wunsch De-Mail-Domains – Fristverlängerung bis 2014

Gleichzeitig hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik als De-Mail-Aufsichtsbehörde die Vorrechtphase zur Vergabe von De-Mail-Domains bis zum 30. Juni 2014 verlängert. Unternehmen, Behörden und die Öffentliche Verwaltung, die sich für De-Mail registrieren, können auch 2014 eine De-Mail-Subdomain mit ihrem Namen beantragen.

Als Grund für die Verlängerung nennt das BSI das große Interesse von Behörden, Öffentlicher Verwaltung und Wirtschaft. Sie planen, De-Mail zeitnah in ihre Geschäftsbereiche zu integrieren.

Durch die Bindung an bestimmte Geschäfts- oder Verwaltungsakte – wie etwa Ausschreibungen – seien sie aber aktuell noch nicht in dem Stadium, De-Mail bereits nutzen zu können.

De-Mail-Adressen mit der Wunsch-Subdomain: Vorname.Nachname@
Meinefirma.de-mail.de können Unternehmen und Behörden einmalig im Rahmen ihrer De-Mail-Registrierung beantragen. Einzige Voraussetzung: Sie müssen Inhaber der Toplevel-Domain „.de“ sein.

Das Interesse der Verwaltungen sei unter anderem durch die großen Einsparpotenziale gerechtfertigt. Die Telekom hat gemeinsam mit der Stadt Potsdam und dem IfG.CC – The Potsdam eGovernment Competence Center die Geschäftsprozesse und Brief-Kommunikation der Stadt Potsdam analysiert und ein erhebliches Nutzen- und Ergebnispotenzial beim Einsatz von De-Mail identifiziert. Die Ergebnisse ließen sich auch auf andere Städte übertragen.

Kritik an De-Mail reißt nicht ab

So kritisierte Linus Neumann in seinem Vortrag auf dem 30. Chaos Comunication Congresses des Chaos Computer Club (CCC), das Ziel der De-Mail sei zum einen Wirtschaftsförderung und zum anderen die Erhaltung von staatlichen Abhörschnittstellen.

Auch die Sicherheitsinitiative "eMails made in Germany" kam auf dem Kongress nicht gut weg. "Die von den Anbietern Deutsche Telekom, web.de, GMX und Freenet als besonders sicher beworbenen eMails made in Germany werden offenbar weiterhin auch unverschlüsselt über das Internet übertragen."

Dafür will sich die Deutsche Post nun doch als De-Mail-Provider zertifizieren lassen.

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Der Vortrag von Linus Neumann Bullshit Mad in Germany ist auch online (1...  lesen
posted am 02.01.2014 um 17:48 von woksoll


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