Know-how für die OZG-Umsetzung

Zugriff auf kommunales Vollzugswissen

| Autor: Manfred Klein

Der webbasierte Wissenstransfer in Sachen OZG-Umsetzung und Digitalisierung in die Kommunen beginnt
Der webbasierte Wissenstransfer in Sachen OZG-Umsetzung und Digitalisierung in die Kommunen beginnt (Bild: ©momius - stock.adobe.com)

Der Deutsche Landkreistag hat ein kleines Portal zur OZG-Umsetzung aufgesetzt. eGovernment Computing sprach mit Dr. Ariane Berger, Leiterin des Bereiches Digitalisierung beim Landkreistag, über Inhalte und Zielsetzung.

Frau Berger, der Deutsche Landkreistag hat für seine Mitglieder ein kleines Portal freigeschaltet, um sie bei der OZG-Umsetzung zu unterstützen. Was bietet der Auftritt den Mitgliedern?

Berger: Die Erkenntnis, dass der Aufbau einer bundesweit funktionstüchtigen digitalen Verwaltung nur gelingen kann, wenn kommunales Vollzugswissen eingebunden wird, war Anlass für die Gründung der Digitalisierungslabore des IT-Planungsrates. In diesen Laboren hatte sich ein Kreis von rund 100 kommunalen Experten zusammengefunden, dem mit unserem Forum www.ozg-kommunal.de ein Instrument zu Austausch und Vernetzung in die Hand gegeben werden sollte.

Ariane Berger setzt auf Austausch und Diskussion der kommunalen IT-Szene und der kommunalen Anwender
Ariane Berger setzt auf Austausch und Diskussion der kommunalen IT-Szene und der kommunalen Anwender (© Deutscher Landkreistag)

Unser Forum soll als digitales Netzwerktreffen dienen, welches weit über den Bereich der konkreten OZG-Themenfelder hinaus kommunale Bedarfe im Bereich der Verwaltungsdigitalisierung aufgreift und erörtert. Inzwischen haben sich weit über 1.000 Interessierte aus den Kommunen, aber auch von kommunalen IT-Dienstleistern in unserem Forum zusammengefunden.

Das Informationsangebot liefert auch ein kleines Lehrstück in Sachen Föderalismus, betreiben beziehungsweise planen doch der IT-Planungsrat und die FITKO ein ganz ähnliches Online-Angebot. Worin unterscheiden sich die drei Auftritte?

Berger: Unser Online-Forum dient dem Austausch und der Diskussion der kommunalen IT-Szene und der kommunalen Anwender. Bund und Länder werden selbstverständlich nicht ausgeschlossen, im Vordergrund stehen jedoch die kommunalen Bedarfe bei der Einführung und Anwendung von IT vor Ort. Dies unterscheidet unser Forum von den Angeboten des IT-Planungsrats, der FITKO und des BMI.

Die OZG-Informationsplattform des OZG-Programmbeirates (BMI und FITKO) wurde im Auftrag des IT-Planungsrats als Instrument für Informationsmanagement und Berichtswesen über alle OZG-Themenfelder etabliert. Sie richtet sich an die Themenfeld- und OZG-Verantwortlichen von Bund, Ländern und Kommunen und dient zuallererst als digitale Bibliothek. Die Website www.onlinezugangsgesetz.de des BMI wiederum dient als allgemeine Information über den gesetzlichen Rahmen und die Anwendungen und Projekte des Bundes und des IT-Planungsrates.

Dennoch, ein gemeinsames Angebot wäre sicher effektiver und auch effizienter geworden. Weshalb kam es nicht dazu?

Berger: Die funktionale Trennung zwischen unserem Angebot und dem Angebot der FITKO ergab sich bereits aufgrund der geschilderten unterschiedlichen Zielsetzungen. Die Informationsseite des BMI ist erst später hinzugekommen. Dennoch haben wir als kommunale Spitzenverbände zusammen mit der FITKO und dem BMI die möglichen Synergieeffekte gesehen und uns über eine Zusammenarbeit verständigt.

Geplant ist neben einer wechselseitigen Verlinkung eine Integration der Funktion „Fragen an das Programmmanagement“ in unser Kommunal-Forum. Weitere gemeinsame Bausteine wie zum Beispiel FAQs und eine gemeinsame Moderation von Themenfeldern sind hier denkbar.

Wie wollen die Akteure ihre Zusammenarbeit in Zukunft koordinieren?

Berger: Die Kommunalen Spitzenverbände, das Bundesinnenministerium und die FITKO haben sich in einem gemeinsamen Commitment-Papier, welches dem IT-Planungsrat vorliegt, auf eine ebenen- und plattformübergreifende Zusammenarbeit geeinigt. Die Kooperation der Plattformen ist ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Umsetzung des OZG. Sie soll vom Deutschen Landkreistag und dem OZG-Programmmanagement regelmäßig gemeinsam evaluiert und den Bedarfen entsprechend weiterentwickelt werden.

Was erwartet die User im Jahr 2020 auf dem OZG-Angebot des Deutschen Landkreistags?

Berger: Neben der beschriebenen verstärkten Kooperation mit dem OZG-Programmmanagement werden wir vermehrt kommunalrelevante IT-Themen jenseits des OZG-Umsetzungsprozesses im engeren Sinne in unsere Community einbringen und erörtern. Reform der IT-Organisation, Einführung von Cloud-Technologien, digitale Daseinsvorsorge und künstliche Intelligenz sind hier nur einige Beispiele.

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