Internationale Vorbilder für eGovernment-Umsetzung

Zentrale Koordination als essentieller Erfolgsfaktor

| Autor / Redakteur: Dr. Helmut Drüke, Senior Consultant, Cassini Consulting / Manfred Klein

Die internationalen Fallbeispiele zeigen, welche Potenziale es birgt, wenn man Transformationsprogramme wie eGovernment deutlich zentraler steuert. Naturgemäß ist es nicht möglich, die angeführten beispielgebenden Lösungen direkt auf Deutschland zu übertragen, aber die Länder mit zentral gesteuerter eGovernment-Umsetzung liefern doch wertvolles Anschauungsmaterial und können als Bezugspunkte dafür dienen, welche Erfolge eine zentrale Institution erzielen kann.

Dr. Helmut Drüke, Senior Consultant bei Cassini Consulting
Dr. Helmut Drüke, Senior Consultant bei Cassini Consulting (Bild: Cassini Consulting)

Um das Problem mangelnder Kooperation und Koordination zu lösen, beschreiten die Verantwortlichen in Deutschland derzeit mehrere verschiedene Wege. Im Bund und in den Ländern sind mittlerweile CIOs mit zunehmender Wirkkraft installiert, vom Topbeamten (in fünf Bundesländern) bis zum Minister (zweimal).

Eine zweite wichtige Neuerung ist die geplante „Föderale IT-Kooperation“ (FITKO) des IT-Planungsrats von Bund und Ländern. Im Anschluss an die Einfügung des Grundgesetzartikels 91c handelt es sich dabei um eine weitere Stufe der Umsetzung des Staatsvertrages. FITKO soll die Rahmenbedingungen schaffen, um „die IT der Öffentlichen Verwaltung durch koordinierte föderale IT-Planung, Schaffung von IT-Standards und gemeinsam betriebene IT-Anwendungen fach- und ebenenübergreifend sicher, leistungsfähig, professionell und kostengünstig auszurichten“.

Es ist an der Zeit, die Diskussion darüber zu intensivieren, welche Lehren für die eGovernment-Umsetzung in Deutschland aus den Beispielen der internationalen Vorbilder und Vorreiter zu ziehen sind. Welchen Grad von Steuerung wollen die politisch Verantwortlichen in Deutschland behalten? Und welche ihrer Befugnisse sind Bundesländer und Bundesministerien bereit aufzugeben?

Und zwar zugunsten einer zentralen Steuerungsinstanz, die nicht nur der IT-Steuerung dient, sondern die endlich auch die überfällige eGovernment-Umsetzung vorantreibt. Nur durch solch eine solche Fokussierung der Diskussion kann es in Deutschland gelingen, eine für das Land passende Lösung zu entwickeln.

Ob diese zentrale Institution dann unmittelbar zur Staatsverwaltung gehört oder ob sie als teilautonome Agentur ausgestaltet wird, wird sich in der Debatte ergeben. Eines steht allerdings schon jetzt fest: Nur durch eine zentrale Steuerung wird Deutschland seinen eGovernment-Rückstand aufholen können.

Der Autor: Dr. Helmut Drüke ist Senior Consultant bei Cassini Consulting. Mehr Infos zum Public-Sector-Angebot von Cassini finden Sie online.

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