Internationale Vorbilder für eGovernment-Umsetzung

Zentrale Koordination als essentieller Erfolgsfaktor

| Autor / Redakteur: Dr. Helmut Drüke, Senior Consultant, Cassini Consulting / Manfred Klein

Portugal hat das Verhältnis von Richtliniensetzung durch die Politik und taktisch-operativer Umsetzung durch nicht-ministeriale Institutionen in seiner Agentur-Lösung am weitesten aufgespannt. Die „Agência para a Modernização Administrativa“ (AMA) ist eine öffentliche Anstalt in der mittelbaren Staatsverwaltung. Sie ist fachlich an den Ministerpräsidenten angebunden, aber mit „Verwaltungs- und Finanzautonomie und einem eigenen Vermögen ausgestattet“ (www.ama.pt).

Die AMA ist übergreifend befugt, „die strategischen Linien und die Politik“ hinsichtlich der Verwaltungsmodernisierung festzulegen. Die Agentur hat den Auftrag, „Programme, Projekte und Maßnahmen zur Modernisierung und Vereinfachung der Verwaltung und des Regelwerks zu identifizieren, zu entwickeln und zu bewerten“. Zudem soll die AMA „das Verteilungssystem für öffentliche Dienstleistungen fördern, koordinieren, leiten und bewerten“. Sie agiert dabei „im Rahmen der durch die Regierung festgelegten Politik“.

Die beeindruckenden Erfolge der Arbeit der AMA lassen sich an der Platzierung im eGovernment Benchmark Report der EU-Kommission ablesen. Portugal findet sich dort unter den Top 3, mit Spitzenleistungen in drei von vier Bewertungskategorien.

In Sachen „bürgerzentrierter Dienstleistungen“ belegt das Land den zweiten Platz im europäischen Vergleich, in Hinblick auf „Transparenz“ und bei den „Schlüsselfaktoren der Informations­technologie“ jeweils den dritten.

Als herausragend bewertet der EU-Benchmark die Authentifizierungs­mechanismen mit der Bürgerkarte (elektronischer Personalausweis), was in der Kategorie „Schlüssellösungen“ einen Wert von 83 Prozent einbringt (gegenüber 49 im EU-Durchschnitt).

Auch in der Kategorie Nutzerzentriertheit liegt der portugiesische Wert deutlich über dem EU-Durchschnitt (90 gegenüber 70 Punkten). 54 Prozent der Portugiesen nutzen Online-Dienstleistungen (gegenüber 49 Prozent im EU-Durchschnitt).

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