Suchen

News Zankapfel Dokumentenaustauschformat

| Redakteur: Gerald Viola

Das zuständige Gremium des Normenausschusses Informationstechnik und Anwendungen (NIA) im DIN (der Arbeitsausschuss NIA34) hat im Rahmen einer elektronischen Abstimmung mit einer Mehrheit

Firmen zum Thema

Das zuständige Gremium des Normenausschusses Informationstechnik und Anwendungen (NIA) im DIN (der Arbeitsausschuss NIA34) hat im Rahmen einer elektronischen Abstimmung mit einer Mehrheit von 14 zu 5 Stimmen beschlossen, seine Zustimmung zum Standard Office Open XML vom August 2007 zu bestätigen und aufrecht zu erhalten.Wie verbissen die Vertreter der jeweiligen Lager um eine Entscheidung in ihrem Sinne kämpfen, zeigen auch die Ausführungen von Münchens Oberbürgermeister Christian Ude. Dieser hatte noch am 14. März in einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Glos erklärt, ein weiterer Standard – neben dem bereits durch die Internationale Normierungsorganisation ISO zertifizierten Open Document Format (ODF) gefährde den Wettbewerb, da dies die Hersteller von Software dazu zwingen würde, beide Standards in ihre Produkte zu implementieren. Ein Aufwand, so Ude, den sich nur die großen Hersteller leisten könnten. Auch würde durch Office Open XML das LiMux-Projekt Münchens gefährdet. Nicht alle Beobachter konnten sich allerdings dieser Logik anschließen, die den Wettbewerbsgedanken auf den Kopf zu stellen scheint und auch die Tatsache ignoriert, das München sein Linux-Projekt bereits begann, als ODF noch gar nicht als Standard akzeptiert worden war.Für Franz-Reinhard Habbel, den Sprecher des Deutschen Städte – und Gemeindebundes, stellt sich die Situation hingegen anders dar. Für ihn sind die Städte und Gemeinde auf Office Open XML angewiesen. Dazu Habbel: „Die meisten Städte und Gemeinden in Deutschland setzen heute überwiegend die Office-Produkte der Firma Microsoft ein und haben daher ein großes Interesse am erfolgreichen Abschluss des laufenden Standardisierungsprojektes Office Open XML. Das Ziel des Standardisierungsprojektes – eine getreue Darstellung von vorhandenen Dokumenten in Binärformaten durch Spiegelung der existierenden Eigenschaften in XML – ist dabei für die Anwender in den kommunalen Verwaltungen von großer Wichtigkeit. Denn die überwiegende Anzahl der Städte und Gemeinden verfügt nicht über die Mittel für komplexe Eigenentwicklungen oder teure Migrationen. Sie setzten daher auf am Markt verbreitete Lösungen, die eine möglichst große Investitionssicherheit gewährleisten, und auf die Kompatibilität eines künftigen Dokumentenformatstandards mit den vorhandenen Dokumenten und Lösungen.“

(ID:2016785)