Elektronische Beschaffung nimmt langsam Fahrt auf

| Autor / Redakteur: von PD Dr. Heiko Schinzer,Vorstand der Administration Intelligence AG / Gerald Viola

eVergabe: Jetzt steht der Durchbruch bevor
eVergabe: Jetzt steht der Durchbruch bevor (Quelle: NatUlrich - Fotolia.com)

Seit viel zu vielen Jahren etabliert sich die elektronische Vergabe in Deutschland und Europa. Inzwischen feiern die – eigens für die eVergabe gegründeten – Anbieter ihr zehnjähriges Firmenjubiläum und dennoch werden nach Meinung vieler Experten noch immer nur fünf bis zehn Prozent aller Vergaben elektronisch abgewickelt.

Waren die Ursachen zunächst in den technisch unzureichenden Lösungen begründet, so wurde danach der fehlende Wille der Auftraggeber beklagt. In den letzten Jahren kommt als weiterer Grund noch der föderale Wildwuchs an Vergabeplattformen hinzu, der bei den Bietern für Konfusion und damit zur mangelnden Akzeptanz führt. xVergabe heißt das neueste Zauberwort, das hier Abhilfe schaffen soll und den Bieter endlich den einfachen Zugang zu allen wesentlichen Auftragsvergaben der Öffentlichen Hand verschaffen soll.

Die Zahlen zeigen endlich den Durchbruch an

Analysiert man die Einkaufsprozesse von Industrieunternehmen aber auch der öffentlichen Auftraggeber, so kommen alle namhaften Experten zu dem Ergebnis, dass in der elektronischen Beschaffung erhebliche Einsparpotenziale schlummern, die man vergleichsweise einfach heben kann. Die elektronische Abwicklung des Einkaufs kann Bietermärkte erweitern, die Transparenz und den Wettbewerb erhöhen und damit die Wirtschaftlichkeit verbessern.

Nimmt man die Vergrößerung des Bietermarktes und damit die Vollendung des Binnenmarktes hinzu, erklärt sich, warum die EU-Kommission nicht locker lässt bei der Durchsetzung der eVergabe in Europa und daher im Frühjahr einen neuen Vorschlag zur verbindlichen Einführung der eVergabe vorgelegt hat.

Aber in Deutschland brauchen wir diesen Druck von oben wohl gar nicht mehr, kann man doch an ein paar Zahlen die wachsende Durchdringung und damit den Erfolg der elektronischen Abwicklung von Vergabeverfahren ablesen. So wurden auf der eVergabe-Plattform des Bundes (www.evergabe-online.de) 2011 geschätzt rund 2.500 voll elektronische Verfahren abgewickelt. Derzeit sind permanent knapp 1.000 Verfahren online, sodass sich diese Verfahrenszahl 2012 sicher auf mehr als 10.000 veröffentlichte und abgewickelte Verfahren vervielfachen wird.

Analoges ist von den eigenen Plattformen der Administration Intelligence AG zu berichten. So haben wir 2011 auf 15 eigenen Plattformen knapp 25.000 elektronische Vergaben veröffentlicht – für 2012 erwarten wir mehr als 50.000 elektronische Verfahren. Und auch über Vergabe24 wurden 2011 weit mehr als 13.000 elektronische Verfahren abgewickelt.

Auch hier wird sich diese Zahl 2012 sicher mehr als verdoppeln. Noch spannender ist aber die stark wachsende Anzahl der elektronischen Angebote, die dabei von den eVergabeplattformen angenommen und verarbeitet wurden. So hat beispielsweise einer unserer Bundeskunden inzwischen mehr als 47.000 elektronische Angebote empfangen. Die eVergabe und die elektronische Angebotsabgabe sind bei vielen Vergabestellen aus dem Alltag des Einkaufs nicht mehr wegzudenken und tägliche Praxis.

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