TU Berlin legt den Grundstein für Cloud-Infrastruktur

Wolken über der Hauptstadt

11.10.2010 | Redakteur: Gerald Viola

Forschergeist. Studenten bei einer Nanophotonik-Messung mit einem Farbstofflaser
Forschergeist. Studenten bei einer Nanophotonik-Messung mit einem Farbstofflaser

Steigt umgekehrt die Zugriffszahl – zum Beispiel nach einer Werbeaktion – sprunghaft an, kann dies die Prozessorkapazität überfordern. Beides ist gleichermaßen unbefriedigend: Ungenutzte Kapazitäten bedeuten Investitionen, die keinen Wertbeitrag leisten. Überlastete Prozessoren wiederum führen zu mangelnder Serviceverfügbarkeit für Kunden.

Außerdem müssen Server unabhängig vom momentanen Auslastungsgrad gewartet, gesteuert und energieintensiv klimatisiert werden. Ganz ähnlich verhält es sich in anderen IT-Bereichen, sodass die Idee der Virtualisierung auch auf das Netzwerk oder Speichersysteme übertragen werden kann.

Grenze zwischen Server- und Speicherwelt verschwindet

„Vorteilhaft für Cloud Computing ist eine übergreifende Virtualisierungsstrategie, die Server, Speicher, Netzwerk und Anwendungen in einheitlicher Weise adressiert“, fährt Michael Flachsel fort. Nur so ließe sich die notwendige Flexibilität erreichen, um Infrastrukturdienste aller Art quasi ad-hoc bereitstellen und ebenso schnell wieder zurücknehmen zu können.

Genau das aber ist eine der Aufgaben im Rahmen des BCI-Forschungsprojekts. „Und genau das ist auch der Grund, warum wir für den Prototypen der künftigen Berliner Cloud das Cisco Unified Computing System (UCS) favorisieren“, so der Abteilungsleiter weiter. UCS sehe äußerlich zwar aus wie ein normales Bladeserver-System, sei de facto aber ein „hochskalierbares Komplettsystem zur einheitlichen Virtualisierung von Server-, Storage- und Netzwerkressourcen, inklusive gemeinsames Management.“

Der Arbeitsspeicher beispielsweise lässt sich auf bis zu 384 Gigabyte skalieren. „Das ist ideal für die Virtualisierung“, sagt Markus Hohenhaus, Teamleiter „Server und Systeme“ der Abteilung Infrastrukturdienste. „Normalerweise markiert nämlich nicht die Prozessorleistung, sondern limitierter RAM die Obergrenze, wie viele virtuelle Maschinen auf einen Bladeserver passen. Cisco UCS kann seine Intel-Hochleistungsprozessoren also bis zum Anschlag ausreizen.“

Grenzen überwindet Cisco UCS vor allem an der Nahtstelle zwischen Server- und Speichernetzwerk – nämlich durch seinen integrierten Fabric Interconnect. Dahinter steht das Konzept einer sogenannten Unified Fabric.

Bisher notwendige Adapter zur Vermittlung zwischen IP-basierender Ethernet-Welt und dem Storage-Protokoll Fibre Channel (FC) werden dadurch überflüssig. „Fibre-Channel-over-Ethernet (FCoE) heißt der zugehörige Standard, der quasi automatisch zu einer durchgreifendenden I/O-Konsolidierung führt“, erläutert Michael Flachsel.

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posted am 17.02.2017 um 14:43 von Unregistriert


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