Öffentlich nutzbares Wireless LAN WLAN-Hotspots für Wartebereiche

Autor / Redakteur: Gordon Priebe / Susanne Ehneß

Zur Verbesserung des Kundenservice und zur Überbrückung von Wartezeiten ist es auch für Ämter und Behörden interessant, in Wartebereichen öffentlich nutzbare WLAN-Hotspots einzurichten. Doch dabei dürfen die Aspekte Datensicherheit und Haftung nicht außer Acht gelassen werden.

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Ein WLAN-Gastzugang kann die mitunter lange Wartezeit versüßen
Ein WLAN-Gastzugang kann die mitunter lange Wartezeit versüßen
(Bild: artpost - Fotolia_2327781)

In Wartebereichen vertreiben sich Besucher und Kunden die Zeit zunehmend mit ihrem Smartphone. Zudem gilt gerade für Ämter und Behörden, dass wichtige Informationen zu Abläufen, Anträgen und Ähnlichem zunehmend im Internet zu finden sind. Beides spricht dafür, in solchen Wartezonen öffentlich nutzbare WLAN-Zugänge einzurichten.

Datensicherheit

Allerdings gilt es dabei, einige wichtige Fragen im Blick zu behalten: Nämlich die der Datensicherheit und die der Haftung. Beide Aspekte führen dazu, dass entsprechende Pläne nach einer ersten Prüfung häufig wieder fallengelassen werden. Doch dies muss keineswegs so sein.

Selbstverständlich hat es höchste Priorität, dass die behördeninternen Netzwerkverbindungen sicher vor unberechtigtem Zugriff bleiben. Aus diesem Grund bietet es sich an, für die öffentliche Nutzung einen eigenen Internetanschluss legen zu lassen, der vom Behördennetzwerk vollständig getrennt ist.

Ein solcher Anschluss von den aus dem Privatkundenmarkt bekannten Betreibern ist mit Daten-Flatrate und ausreichenden Geschwindigkeiten schon zu monatlichen Kosten ab etwa 30 Euro realisierbar.

Störerhaftung

Hinzu kommt jedoch der nicht zu vernachlässigende Aspekt der Haftung: Nach dem in Deutschland gültigen Prinzip der Störerhaftung würde nämlich der Anschlussbetreiber zur juristischen Verantwortung gezogen, wenn Dritte über einen öffentlich angebotenen Internetzugang illegale Angebote abrufen oder gar ins Netz einstellen.

Das Spektrum solcher problematischen Inhalte reicht von Raubkopien über illegale Arten von Pornografie bis hin zu politisch radikalen Aussagen und Webseiten. Selbstverständlich gilt die Störerhaftung auch dann, wenn eine öffentliche Institution als Anschlussbetreiber auftritt.

Erfreulicherweise lassen sich die geschilderten Probleme durch technische Lösungen umschiffen. Betrachten wir dabei, wie eingangs erwähnt, typische Endkunden-Internetanschlüsse, so bietet sich insbesondere der Einsatz eines Internet-Routers (also Internet-Zugangsgeräts) an, der über die Funktion „WLAN-Gastzugang“ verfügt.

Dabei erzeugt der WLAN-Router ein eigenes Funknetz, das ausschließlich der Nutzung durch Gäste beziehungsweise Kunden oder Besucher dient und über individuell anpassbare Filterfunktionen die Internet-Nutzung im Sinne des Betreibers beschränkt.

Gastzugang

Um die haftungsrechtlichen Risiken zu begrenzen, lässt sich solch ein Gastnetz so konfigurieren, dass seinen Nutzern nur bestimmte Internet-Funktionen wie etwa der Zugriff auf eMail-Server und ausgewählte Webdienste zur Verfügung stehen. Potenziell problematische Funktionen wie Downloads oder Uploads lassen sich hingegen komplett sperren.

Um darüber hinaus den Zugriff auf verbotene Inhalte im Web zu verhindern, stehen weitere, konfigurierbare Filterfunktionen zur Verfügung. Typischerweise basieren diese auf „Whitelists“ oder „Blacklists“.

Beim Prinzip „Whitelist“ erlaubt der Router nur den Aufruf bestimmter, auf einer Genehmigungs-Liste (eben der „Whitelist“) eingetragener Webadressen. Dies könnten dann zum Beispiel die Website der anbietenden Behörde sowie thematisch verwandte Angebote etwa der Stadt, des Landes oder des Bundes sein.

Blacklist

Dem Nutzer deutlich mehr Freiheiten lässt das Prinzip „Blacklist“. So bezeichnet man eine Sperrliste, auf der eindeutig illegale Adressen vermerkt sind, deren Aufruf der Router dann unterdrückt. Da es kaum möglich ist, selbst eine umfassende Liste problematischer Angebote zu erstellen und zu pflegen, sind Betreiber in diesem Zusammenhang auf vorkonfigurierte Sperrlisten entsprechender Stellen oder Anbieter angewiesen.

Eine empfehlenswerte Liste veröffentlicht zum Beispiel die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien. Um zu vermeiden, dass diese schwarze Liste mögliche Interessenten überhaupt erst auf „interessante“ Fundstellen aufmerksam macht, bleibt ihr Inhalt dabei unsichtbar. Die Sperrfunktion im Router berücksichtigt sie automatisch und im Hintergrund.

Weitere Funktionen

Über die reinen Sperrfunktionen hinaus bieten moderne Internet-Router noch weitere Funktionen, die für die geschilderten Einsatz-Szenarien interessant sind. So lässt sich die Verfügbarkeit des Gastzugangs etwa auf bestimmte Zeiträume einschränken – zum Beispiel Öffnungszeiten der anbietenden Institution.

Darüber hinaus lässt sich mit Hilfe durchdachter Funktionen aber auch die Nutzung des angebotenen WLANs vereinfachen und auf tatsächlich berechtigte Besucher beschränken. Damit der WLAN-Hotspot nicht auch von Anwohnern oder Passanten genutzt wird, lässt er sich mit einem Passwort schützen – dies ist ohnehin empfehlenswert, um die in der Regel auf Benutzerkonten basierenden Sperrfunktionen durchsetzen zu können.

QR-Code nutzen

Mit einem QR-Code können Betreiber von Gast-WLANs den Zugang beschränken und gleichzeitig erleichtern
Mit einem QR-Code können Betreiber von Gast-WLANs den Zugang beschränken und gleichzeitig erleichtern
(Bild: AVM)
Moderne Router bieten in diesem Zusammenhang jedoch clevere Zusatzfunktionen. So können zum Beispiel die Zugangsdaten zum Gast-WLAN in Form eines QR-Codes ausgehängt werden.

Besitzer eines Smartphones mit geeigneten Apps können dann die Kamera auf den QR-Code richten und erhalten auf diese Weise die Anmeldedaten. Mit spezialisierten Apps wie dem Smartphone-Programm „FritzApp WLAN“ für das Betriebssystem Android oder „QRafter“ für Apple-Geräte kann die Anmeldung am Funknetz dann sogar vollautomatisch erfolgen.

Die genannten Beispiele zeigen, dass die Bereitstellung eines Gast-WLANs für Besucher und Kunden keineswegs unsicher und auch nicht teuer sein muss. Ämter und Behörden sollten daher prüfen, ob sie diesen Service ihren Besuchern nicht anbieten wollen.

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