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11. Kongress neueVerwaltung

Wissensmanagement in Zeiten von Web 2.0

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Zwischen Rechtsstaatlichkeit und Bürgerorientierung

Dr. Lahmann plädierte dafür, dass sich die Verwaltung den modernen Entwicklungen wie dem Web 2.0 und den Social Networks stärker öffnet. Ansonsten werde man zum Getriebenen informationstechnischer Megatrends. Die Verwaltung sollte sich an der Wirtschaft orientieren und im Sinne von One-face-to-the-customer agieren. Hier sei noch erhebliches Potenzial vorhanden. Die Personalentwicklung leide unter fehlender Kongruenz zwischen Fach- und Führungslaufbahn. Es müsse zudem mehr und bessere Möglichkeiten für Team- und Projektarbeit und flachere Hierarchien geben.

Dr. Wulff verwies darauf, dass aktuelle politische Bewegungen wesentlich durch das Web 2.0 organisiert würden und die Öffentliche Verwaltung hier sehen könne, welche Themen die Bürger bewegen. Dabei könne die Verwaltung auch ein eigenes Agenda Setting lernen. Sie griff die These von Prof. Krcmar auf und plädierte für ein effizientes, abgestimmtes, föderales Wissensmobilisierungsprogramm. Die mit dem Internet aufgewachsene Generation der Digital Natives sei bereits in der Verwaltung angekommen und biete eine große Chance für interne Modernisierungen.

Volker Halsch unterstützte diese These mit dem Hinweis, dass traditionelle Hierarchien umgangen würden, wenn sie nicht reagierten. Digital Natives seien daher schwer in Hierarchien einzubinden. Andererseits benötige man sie dringend und müsse überlegen, wie man sie für die Verwaltung gewinnen könne.

Dr. Josephine Hofmann hob in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Fortbildung innerhalb der Verwaltung hervor und verwies darauf, dass hier ein langer Atem erforderlich sei.

Skepsis ließ Rogall-Grothe am Ende der Diskussion erkennen: Hierarchien verlören zunehmend an Bedeutung, weil die moderne Verwaltungskultur die Mitwirkung aller Beteiligten im Blick habe und stark auf Teamarbeit setze. Allerdings müsse die rechtsstaatliche Verwaltung dauerhaft zuverlässig arbeiten und könne sich nicht in Projektgruppen auflösen. Das Prinzip der Zuständigkeit sei eine wesentliche Sicherung für das Verwaltungshandeln.

Fachlich und inhaltlich unterstützt wurde die Veranstaltung durch das Partnerland Niedersachsen, das Bundesministerium des Innern, das Fraunhofer eGovernment-Zentrum und die Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister (VITAKO).?

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