eVergabe in Europa

Wird die XVergabe zum EU-Vergabestandard?

| Redakteur: Manfred Klein

Die Berücksichtigung gesellschaftlicher Herausforderungen solle natürlich nicht zu Lasten der Effizienz der öffentlichen Beschaffung gehen, heißt es weiter. „Politische Erwägungen dürfen nicht dazu führen, dass den öffentlichen Auftraggebern ein unverhältnismäßiger zusätzlicher Verwaltungsaufwand entsteht oder der Wettbewerb auf den Beschaffungsmärkten verzerrt wird.“

Mit der Umsetzung der eingangs beschriebenen Anforderungen kommen auf Bund, Länder und Kommunen neue Herausforderungen zu, für die sie gerüstet sein sollten. Das zentrale Problem: Öffentliche Verwaltungen müssen ihre Ausschreibungen nicht nur elektronisch veröffentlichen, sondern auch für alle eVergabesysteme, die sich derzeit auf dem Markt tummeln, einbinden. Mit etwas Glück steht die Lösung des Problems – die XVergabe – jedoch schon in den Startlöchern. Die erstmalige Präsentation der XVergabe auf der vergangenen CeBIT jedenfalls gibt Anlass zur Hoffnung.

„Wir haben von allen Seiten ein unglaublich positives Feedback auf die XVergabe erhalten, so Marc Christopher Schmidt, Projektleiter XVergabe beim Beschaffungsamt des Bundesinnenministeriums.

Schmidt begründet diesen Erfolg unter anderem damit, dass die XVergabe Unternehmen und Behörden in einem bisher nicht gekannten Maße entlasten würde. „Unternehmen, die sich an Ausschreibungen der Öffentlichen Hand beteiligen wollten, mussten bisher hohe Hürden nehmen: Die einzelnen in Bund, Ländern und Kommunen vorhandenen und über öffentliche Netze zugänglichen elektronischen Vergabeplattformen sind nicht interoperabel. Heißt: Der Aufwand für den Bieter stieg ins Unermessliche, weil dieser mit unterschiedlichen Systemen arbeiten musste, um seine Produkte oder Dienstleistungen mehreren Vergabestellen anbieten zu können.“

Das gehöre nun der Vergangenheit an, so Schmidt. „Mit dem Projekt XVergabe ist es gelungen, einen plattformübergreifenden Standard für den Austausch von Dokumenten zwischen Bietern und elektronischen Vergabeplattformen zu schaffen. Unternehmen benötigen nur noch einen Bieterclient, um auf die unterschiedlichen eVergabe-Plattformen zugreifen zu können. „Man kann den Vorgang ganz simpel mit der Nutzung eines eMail-Programms vergleichen“, erklärt Marc Christopher Schmidt. Künftig genüge eine Lösung.

Die Vorteile der XVergabe liegen laut Schmid auf der Hand: „Neben Einsparungen von insgesamt knapp 970 Millionen Euro können die bietenden Unternehmen künftig viel einfacher mit den verschiedenen Vergabestellen kommunizieren“, fährt der Projektleiter fort. Und: „Der Bieter muss nicht mehr die vom jeweiligen Anbieter vorgegebene Lösung verwenden, sondern kann jetzt selbst entscheiden, welche Anwendung er nutzen möchte.“

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Guten Tag, ich frage mich, woher das Beschaffungsamt die Zuversicht nimmt, dass XVergabe ein...  lesen
posted am 10.07.2013 um 13:10 von rico.apitz

Kann die EU das einfach so festlegen? Müssten die das nicht ... ausschreiben?  lesen
posted am 10.07.2013 um 09:28 von Unregistriert


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