Sachsen-CIO Dr. Bernhardt im Interview

„Wir wollen die Kommunen nicht alleine lassen“

| Redakteur: Manfred Klein

Sachsens CIO Dr. Wilfried Bernhardt im Interview: Wir brauchen eine Digitale Agenda
Sachsens CIO Dr. Wilfried Bernhardt im Interview: Wir brauchen eine Digitale Agenda (Foto: Sächssiches Staatsministerium der Justiz)

Der Freistaat Sachsen ist bei eGovernment aktiv wie nur wenige andere Bundesländer. Besonders die Einbindung der Kommunen, die Berücksichtigung der Europäischen Dimension und die Mitarbeit an der Digitalen Agenda. Ziel der Aktivitäten ist die Erhöhung der Standortattraktivität des Freistaats.

Mit dem Landes-CIO, Dr. Wilfried Bernhardt, sprach eGovernment Computing über die Hintergründe und die weiteren Aktivitäten.

Herr Bernhardt, der Freistaat Sachsen hat eine neue eGovernment-Strategie verabschiedet. Wie sieht das Ergebnis der Vorgängerstrategie aus?

Bernhardt: Die Frage nach dem Ergebnis der Vorgängerstrategie könnte das Missverständnis hervorrufen, dass die Ziele einer Strategie erreicht sein müssen, bevor eine neue Strategie auf den Weg gebracht wird. Aber abgeschlossen in dem Sinne, dass alles, was einmal geschrieben wurde, nun abgehakt und fertig sein müsste, ist eine Strategie natürlich nicht. Eine statische Strategie wäre im IT-Bereich verfehlt, weil die Informationstechnologie selbst schon so dynamisch ist, dass man eigentlich immer nur einen strategischen Orientierungsrahmen geben kann, der anhand der tatsächlichen Entwicklung zu überprüfen und auch gegebenenfalls anzupassen ist.

Darum verstehen wir auch unsere neue Strategie – das haben wir auch ins Vorwort nochmals explizit so aufgenommen – als Orientierungsrahmen für die weitere Entwicklung, nicht aber als Korsett für in Zukunft festzulegende konkrete Maßnahmen. Man muss auch weiterhin in der Lage sein, auf neue Anforderungen zu reagieren.

Zum Beispiel ist die Frage der zukünftigen Nutzungsmöglichkeit sozialer Netzwerke für die Verwaltungen auch weiterhin mit vielen Unsicherheiten verbunden. Auch auf die Frage, wie man über das jeweils eigene Bundesland hinaus im IT-Planungsrat oder auf europäischer Ebene zusammenarbeiten kann, wird man sicherlich keine dauerhaft tragenden Antworten geben können. Beides sind Themen, die im Jahr 2009, als wir unsere erste IT-Strategie formulierten, überhaupt keine Rolle spielten.

Heute gibt es immerhin einen etablierten IT-Planungsrat mit effizienten Arbeitsgruppen, in die sich Sachsen zum Teil sehr intensiv eingebracht hat. Fußend auf diesen Erfahrungen können wir in der neuen Strategie das sich abzeichnende Aktionsfeld des Freistaates Sachsen beschreiben, können definieren, wo es sinnvoll ist, eigenständige Ziele anzustreben und Projekte in Sachsen durchzuführen, und wo es sich lohnt, darüber nachzudenken, in welcher Weise man mit anderen Ländern oder mit dem Bund zu gemeinsamen Fortschritten kommen kann.

Aber auch die neue Strategie muss zukünftig darauf überprüft werden, ob sie passende Antworten auf neue, vielleicht heute noch nicht hinreichend erkennbare Entwicklungen bereithält.

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