Wissensmanagement und Open Government

Wir müssen teilen lernen

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Ermutigen und Anreize schaffen

Jeder Mitarbeiter hat seine Stärken, möglicherweise auch in Bereichen, die von seinen im Organigramm festgehaltenen Aufgaben abweichen. Wird dieses Potenzial nicht genutzt, ist es verschenkt. Wer spezielles Wissen oder ein Vermögen hat, das in einem Team jenseits des eigenen Reviers dringend benötigt wird, sollte die Möglichkeit haben, es dort einzubringen. Unternehmen mit festen Organisationsstrukturen sollten ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermutigen, sich übergreifend gegenseitig zu helfen. Und sich helfen zu lassen! Für „externe interne“ Hilfe kann eine Organisation zum Beispiel Wikis installieren. Oder Seiten einrichten, auf denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Fähigkeiten, Stärken und Wissensschwerpunkte angeben. Um die Hilfe Externer zu beanspruchen, können direkte Kanäle zu den Bürgern zum Beispiel über gemeinsam genutzte soziale Netzwerke und kollaborative Plattformen eingesetzt werden. Sinnvoll sind auch konkrete Beteiligungsprojekte, die dezentral vorhandenes Wissen bündeln, zu bestimmten und brennenden Fragestellungen: Wo könnte im Haushalt noch gespart werden? Wie sollte der Kinderspielplatz gestaltet werden? Welche Schwerpunkte bei der Instandsetzung von kommunalen Infrastrukturen empfehlen die Bürger?

Ein weiterer Erfolgsfaktor heißt daher:

  • Ängste und Wissens-Silos beseitigen: Wer Wissen teilt, gibt etwas ab. Wissen ist Macht. Noch. Es erlaubt zumindest persönliche Vorsprünge – und das branchenunabhängig. Die Verwaltung hat jedoch die Aufgabe, als verlängerter Arm des Staates das Gemeinwesen effizient zu organisieren und administrativ zusammenzuhalten. Hier dürfen Wissen-Silos keine Chance haben. Wissen zu teilen erfordert deshalb eine Kultur des Vertrauens und das Vermögen, anderen ihr Wissen zuzugestehen und dieses nicht nur über Zuständigkeiten zu definieren. Es erfordert zudem das Vermögen, die Beteiligung anderer nicht als eigene Schwäche auszulegen. Das erfordert einen reflexiven Umgang mit eigenen Stärken – aber auch mit eigenen Schwächen und Fehlern. Wer an einer Stelle nicht mehr weiterkommt oder einen Fehler gemacht hat, sollte die Hilfe Dritter als Chance sehen. Nicht als Bedrohung. Übrigens: Beim aktiven und permanenten Wissenstransfer gibt man nicht nur etwas ab. Man bekommt auch etwas zurück.

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