Öffentliche Verwaltung steckt noch mitten in der Migrationsphase

Windows XP: Das Ende naht

| Redakteur: Susanne Ehneß

Alle Windows-Versionen seit 1985
Alle Windows-Versionen seit 1985 (Bild: Microsoft Deutschland GmbH)

Microsoft beendet den Support für Windows XP am 8. April. Ab diesem Datum wird es weder Sicherheitsupdates noch Hotfixes, Support oder technische Ressourcen mehr für das in die Jahre gekommene Betriebssystem geben. Diese Tatsache ist seit langem bekannt, doch noch immer ist XP weit verbreitet – auch in der Öffentlichen Verwaltung.

Am 8. April 2014 stellt Microsoft den Support für Windows XP und Office 2003 ein. Das Redmonder Unternehmen empfiehlt allen Anwendern, „auf die modernen Nachfolger Windows 8 und das neue Office“ zu aktualisieren statt weiterhin auf die „betagte Software“ zu setzen.

XP ist nun fast dreizehn Jahre alt und laut Microsoft „in vielerlei Hinsicht nicht mehr zeitgemäß“. Dagegen biete das aktuelle Betriebssystem Windows 8 höhere Sicherheit, Mobilität, Flexibilität sowie die Unterstützung moderner Endgeräte wie Touch-PCs oder Tablets.

Risiken

Microsoft warnt: Wer nach dem Stichtag 8. April weiterhin XP und/oder Office 2003 nutze, müsse mit ernstzunehmenden Gefahren rechnen:

  • Sicherheitsrisiken: Ohne Updates sind die Rechner durch Viren, Spyware und andere Schadsoftware gefährdet. „Das kann in der Folge möglicherweise auch zu einer mangelhaften Bewertung der Systemausfallüberwachung durch eine interne oder externe Prüfungsstelle zur Folge haben, die wiederum zur Aberkennung von Zertifikaten führen könnte“, so das Unternehmen.
  • Softwareprobleme: Viele Software- und Hardwareanbieter stellen ebenfalls den Support für die Produkte ein, die unter Windows XP ausgeführt werden. Auch das neue Office kann nicht unter Windows XP ausgeführt werden.
  • Kein Ansprechpartner: Kein Support bei technischen Problemen, weder telefonisch noch online. „Bei Problemen sind Sie dann auf sich allein gestellt“, warnt Microsoft.
  • Ausfälle: Die Einstellung des Supports, nicht unterstützte Software und veraltete Hardware erhöhen das Risiko von Systemfehlern und PC-Ausfällen.

Wie weit ist die Verwaltung?

Microsofts Horrorszenario kann jedoch zahlreiche Anwender überhaupt nicht schrecken, und gerade der Verwaltungsapparat will vom beliebten Betriebssystem nicht lassen. So laufen beispielsweise nach Angaben von Thomas Birk, Sprecher für Verwaltungsmodernisierung bei den Grünen, aktuell noch 63 Prozent der PCs – dies entspricht 48.560 Computern – in der Berliner Verwaltung mit Windows XP.

„In der Berliner Verwaltung drohen enorme IT-Sicherheitslücken, weil der Senat trotz absehbarer Entwicklungen jahrelang geschlafen hat“, moniert Birk. Von den betroffenen 48.560 Computern würde nur für 16.500 die Migration auf eine andere Windows-Version bis zum Support-Ende vollzogen. „Einen vernünftigen Plan, wie sensible Daten von Bürgerinnen und Bürgern etwa in den Bürger- und Jugendämtern nach dem Suppertende geschützt werden sollen, hat der Senat bis heute nicht erarbeitet“, so Birk weiter.

Mindestens sieben IT-Fachverfahren für Nachfolgebetriebssysteme seien noch nicht freigegeben, laut Senat soll nun das ITDZ zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zur Verfügung stellen. „Wie die aussehen sollen, bleibt ebenso unklar wie deren Wirkung, wenn die Abnahme auf freiwilliger Basis geschieht“, kritisiert der Abgeordnete.

Seine Forderung: eine ressortübergreifende Task Force und die Einsetzung eines „Verantwortlichen für die landesweite IT-Steuerung mit weitreichenden Befugnissen“. Mittel- und langfristig hält er eine Umstellung auf Open-Source-Software für die richtige Lösung.

Heißt die Alternative „Open Source“? Lesen Sie weiter!

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