Flüchtlingshilfe ist (IT)-Netzwerkarbeit

Willkommenskultur 4.0 – Gemeinsam unsere Zukunft sichern

| Autor / Redakteur: Franz-Reinhard Habbel, Deutscher Städte- und Gemeindebund / Manfred Klein

In Finnland gibt es eine mutilinguale Informationsseite (u.a. auf Englisch, Russisch, Französisch, Somalisch, Spanisch, Türkisch, Chinesisch, Persisch, Arabisch), die auf alle Fragen rund um die Immigration nach Finnland eingeht. Die Lebenslagen von Asylbewerbern, Flüchtlingen, Arbeitskräften oder Studenten werden hinsichtlich der speziellen, technischen Aufnahmevoraussetzungen gesondert behandelt.

Die Website bietet aber auch detaillierte allgemeine Informationen zum Alltagsleben in Finnland. Der Inhalt wird dabei von staatlichen Verwaltungen, NGOs, Kommunen, Beratern, Unternehmern und Nutzern selbst eingestellt. So wurde ein Netzwerk geschaffen, das von Verwaltungsseite nur mit Übersetzern zusammen moderiert werden muss, was eine immense Arbeitserleichterung für die Verwaltungsmitarbeiter darstellt.

Litauen hat eine eLearning-Plattform für Verwaltungsmitarbeiter gestaltet, die deren interkulturelles Verständnis fördert. In einem theoretischen Teil werden Kenntnisse über verschiedene Kulturräume vermittelt. In einem eher praxisorientierten Teil wird in verschiedenen Modulen der Umgang mit Menschen aus Drittländern vermittelt und es werden psychologische Methoden vorgestellt, die den gegenseitigen Kontakt und die Kommunikation verbessern können.

In Österreich steht das Hotel Magdas in Wien auf der einen Seite für ein Social Business, das Flüchtlingen zu einer regulären Arbeit einer Ausbildung in der Hotellerie und damit Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt verhilft, indem sie unter der Leitung von fünf Fachkräften, das Hotel eigenständig betreiben.

Auf der anderen Seite ist die Entstehung des Hotels ein gutes Beispiel für das erfolgreiche Ausschöpfen digitaler Kanäle. So wurde das Hotel neben einem Kredit bei der Caritas zum großen Teil durch Crowdfunding finanziert. Möbel, Einrichtungsideen und Bauhelfer wurden durch Onlinekanäle, wie etwa Facebook, generiert.

Denkbar wären auch allgemeine Crowdfunding Plattformen, die es in größerem Stil ermöglichen, Spenden für verschiedene Projekte zu organisieren. Auf der einen Seite könnten Projektentwickler ihre Ideen online stellen, auf der anderen Seite hätten Crowdfunder die Möglichkeit, eine zentrale Anlaufstelle zu haben, bei der sie sich für das Projekt entscheiden können, das ihnen am meisten zusagt.

Anhand der genannten Beispiele wird deutlich, dass es erfreulich viele private und öffentliche Akteure gibt, die eine neue Willkommenskultur für Flüchtlinge auf vielen Ebenen aktiv fördern und dabei digitale Möglichkeiten nutzen, sei es durch das Einrichten von Netzwerken, Websites und Plattformen, der Nutzung sozialer Netzwerke zur Koordination von Projekten oder der Bereitstellung von WLAN und e-learning Möglichkeiten.

Ergänzendes zum Thema
 
Hilfe für Helfer

Auch die Herausforderungen für die Kommunalverwaltung können durch digitale Hilfe händelbarer gemacht und Verwaltungsmitarbeitet unterstützt und entlastet werden.

Die Digitalisierung bietet Kommunen und oft ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern ideale Möglichkeiten die Willkommenskultur auf eine neue Stufe zu heben, um allen beteiligten Menschen das Leben zu erleichtern – Flüchtlingen und Verwaltungsmitarbeitern.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 43583663 / Projekte & Initiativen)