Flüchtlingshilfe ist (IT)-Netzwerkarbeit

Willkommenskultur 4.0 – Gemeinsam unsere Zukunft sichern

| Autor / Redakteur: Franz-Reinhard Habbel, Deutscher Städte- und Gemeindebund / Manfred Klein

Allgemein bietet das soziale Netzwerk Facebook die ideale Plattform für die Organisation von Flüchtlingshilfeinitiativen und wird dementsprechend auch zunehmend von privaten Akteuren und Institutionen auf vielfältige Weise genutzt. So werden über Facebookseiten neue Unterstützer akquiriert, Spendenaufrufe getätigt, für Veranstaltungen geworben und Informationen bereitgestellt. Ebenso wichtig ist das Engagement für Toleranz und gegen Rassissmus, das die meisten Initiativen aktiv betreiben, indem sie entsprechende Artikel verlinken und rassistische Kommentare von ihren Seiten löschen.

Eine sehr junge private Initiative hat sich in Freising im Juli 2015 angesichts steigender Flüchtlingszahlen gegründet. Sie nennt sich „Flüchtlinge, willkommen in Freising“ und fokussiert sich vor allem auf praktische Hilfen wie der Begleitung schwangerer Frauen, sowie der Organisation von Deutschkursen und Freizeitangeboten. Die Ehrenamtlichen stehen bei ihren Aktionen in Kontakt mit dem Landratsamt und richten im Moment beispielsweise nach Absprache und in Kooperation mit dem Landratsamt eine Flüchtlingsunterkunft in einer Turnhalle ein. Ähnliche Initiativen existieren in vielen deutschen Städten. Die Gemeinschaft „Unsere Flüchtlinge sind willkommen in Düsseldorf“ wird aktiv sowohl von Bürgern als auch von den Ratsparteien unterstützt.

Die Caritas-Flüchtlingshilfe Essen e.V. ist eine gemeinnützige Organisation, die eine Facebookseite betreibt, um zu informieren und Spenden zu sammeln. Aktuelle werden beispielsweise Spenden gesucht, um in Kooperation mit Freifunk-Rheinland.net freies WLAN und ein PC Zentrum einzurichten.

Keine Initiative oder Institution im traditionellen Sinn ist die öffentliche Facebookgruppe „Flüchtlingshilfe für Eiderstedt“. Sie ist vielmehr ein Netzwerk, wo engagierte Einzelpersonen, Flüchtlingsinitiativen, Gruppen und auch Flüchtlinge selbst Unterstützung in Form von Sachspenden anbieten und suchen können. Außerdem werden Veranstaltungshinweise, allgemeine Artikel und Aufrufe zum Engagement in Flüchtlingsinitiativen gepostet. Auch die Verteilung und der Transport der Sachspenden werden in der Gruppe organisiert, die räumlich nicht auf Eiderstedt begrenzt ist, sondern auch das weitere Umland einschließt.

Jedoch steht nicht nur Deutschland vor großen Herausforderungen hinsichtlich der Aufnahme und Integration von einem steigenden Zustrom von Flüchtlingen. Auch andere EU-Länder entwickeln Maßnahmen und Projekte, um die Willkommenskultur 4.0 zu fördern und ihre Verwaltungen für die vor ihr liegenden Aufgaben und potentiellen Problemen zu rüsten.

Zu diesem Zweck hat die Europäische Kommission auf der Website für Integration, eine Sammlung von „good practices“, also erprobten, effektiven Projekten zusammengestellt, die Kommunen als Anregung für ihr eigenes Handeln dienen können.

So hat beispielsweise Griechenland eine Social Network Software namens „Sonetor“ geschaffen, die Verantwortlichen für die Intergration hilft, interkulturelle Differenzen zu überwinden. Darin gibt es vorgefertigte, multimediale Materialien zur Kultur (Warum ist in diesem Land sonntags der Laden geschlossen?) in verschiedenen Sprachen. Dazu gibt es Informationen für die Intergrationsbeauftragten zur Weiterbildung und Unterstützung.

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