Flüchtlingshilfe ist (IT)-Netzwerkarbeit

Willkommenskultur 4.0 – Gemeinsam unsere Zukunft sichern

| Autor / Redakteur: Franz-Reinhard Habbel, Deutscher Städte- und Gemeindebund / Manfred Klein

Mit dem Smart Hero Award der Stiftung digitale Chancen in Kooperation mit Facebook wurde jüngst das Projekt CUCULA – Refugees Company for Crafts and Design ausgezeichnet. Als Verein, Werkstatt und Schulprogramm möchte CUCULA Flüchtlinge dabei unterstützen, sich selbst eine berufliche Zukunft aufzubauen.

In der eigenen Werkstatt entsteht in Kooperation von Flüchtlingen, Designern und Pädagogen ein lebendiger Produktionsraum, in dem Wissen über Holzverarbeitung, Konstruktion und Planung vermittelt wird und eigene, kreative Ideen entwickelt werden. Der Erlös durch den Verkauf der Werkstücke dient zur Finanzierung des Lebensunterhalts und der Ausbildung der Flüchtlinge. Es bietet sich nun an, derartige Produkte über die Plattform Etsy zu vertreiben.

Ein nicht geringer Anteil der Flüchtlinge ist fachlich hoch qualifiziert und besitzt einen akademischen Abschluss. Trotz ihrer Ausbildung ist es oft schwer für die Betroffenen, im Berufsleben Fuß zu fassen, da ihr Abschluss in Deutschland nicht anerkannt wird. Das Projekt OnTOP der Hochschule Niederrhein in NRW befasst sich mit diesem Problem, indem es diesen Flüchtlingen die Chance bietet, einen deutschen Berufsabschluss zu erlangen, der ihrer Qualifikation entspricht, um bessere Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu haben.

Die Teilnehmer des Projekts erhalten Unterstützung bei der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten der Semestergebühr, die trotz allem anfällt, bei der Förderung ihrer sprachlichen Kompetenzen, um die Mindestanforderung des C1-Levels zu erfüllen, sowie intensive fachliche Unterstützung durch Mentoren und Coaches.

Digitale Medien bieten hier großes Potenzial für eine Optimierung des Projektablaufs. In Frage kommen würde beispielsweise die Einrichtung einer Plattform, auf der Studierende sich auf der einen Seite untereinander fachlich austauschen, Lerngruppen oder Sprachtandems bilden, aber auch soziale Kontakte durch eine gemeinsame Freizeitgestaltung aufbauen können.

Auf der anderen Seite könnte so die Arbeit der Mentoren besser koordiniert und gestaltet werden, etwa indem Lehrmaterialien in einem Pool online gestellt, Schüler verteilt oder fachliche Inhalte mit den Dozenten abgestimmt werden können. Mithilfe von Videokonferenzen, die etwa über Skype durchgeführt werden, könnte der Kontakt zwischen Mentoren und Flüchtlingen vereinfacht und lange Anfahrtswege minimiert werden.

Auch das Live-Streaming und Online-stellen von Vorlesungen in einer Mediathek, wie es etwa in den Niederlanden an einigen Hochschulen praktiziert wird, kann dazu beitragen, den Flüchtlingen das Studium zu erleichtern, da sie zum einen nicht immer persönlich anwesend sein müssen und zum anderen die Möglichkeit haben, eine Vorlesung noch einmal zu hören, was grade bei sprachlichen Verständnisproblemen sehr hilfreich sein kann.

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