Flüchtlingshilfe ist (IT)-Netzwerkarbeit

Willkommenskultur 4.0 – Gemeinsam unsere Zukunft sichern

| Autor / Redakteur: Franz-Reinhard Habbel, Deutscher Städte- und Gemeindebund / Manfred Klein

Im Rahmen der Ausweitung digitaler, internet-basierter Angebote für Flüchtlinge, nimmt auch das Thema freies WLAN für Flüchtlingseinrichtungen Fahrt auf. So richtete kürzlich die Stadt Münster einen ersten Hotspot in einer Einrichtung für Hilfsbedürftige ein. Sie will nach und nach weitere kostenlos zu nutzende WLAN-Hotspots in Flüchtlingseinrichtungen anbieten. Die ersten fünf von 30 Standorten wurden nun entsprechend ausgestattet. Das Projekt ist Teil der Initiative „Digitale Stadt Münster“. Für freie WLAN-Hotspots setzt sich auch die Initiative Freifunk ein.

Die Thematik des freien WLANs für Flüchtlinge ist allerdings nicht ganz spannungsfrei. So gibt es beispielsweise in Stuttgart darüber Streit, Flüchtlingsunterkünfte mit freiem WLAN auszustatten.

Die Unterbringung von Flüchtlingen ist ein hoch sensibles Thema. Zum größten Teil erfolgt die Unterkunft in Heimen, in denen die Flüchtlinge weitgehend unter sich bleiben. Dezentrale Unterkünfte stehen oftmals nur sehr beschränkt zur Verfügung. Erfreulicherweise gibt es inzwischen Ansätze, Flüchtlinge in privaten Wohnungen unterzubringen und so besser in die Gesellschaft einzugliedern.

Bei der Internetplattform „Flüchtlinge willkommen“ werden Flüchtlinge in Wohngemeinschaften vermittelt. Diese Plattform wurde von drei jungen Leuten in Berlin eingerichtet. Bürger können selbst aktiv werden und freie Zimmer melden beziehungsweise über soziale Netzwerke die Idee von„Flüchtiger willkommen“ verbreiten.

Im Juli betrug der aktuelle Vermittlungsstand 61 Vermittlungen in Deutschland und 33 in Österreich. Auch wenn die Zahlen auf den ersten Blick gering erscheinen, ist dies ein richtiger Ansatz, der weiter ausgebaut werden sollte.

Ein weiteres Brennpunktthema ist die Beschäftigung von Flüchtlingen und ihre Integration in den Arbeitsmarkt, sobald sie eine Arbeitserlaubnis erhalten haben. Oftmals gestaltet sich die Arbeits- oder Ausbildungsplatzsuche für sie schwierig, da viele Arbeitgeber Bedenken haben, Flüchtlinge einzustellen.

Studierende in Berlin haben die Ausbildungs- und Arbeitsplatzbörse „Workeer“, die sich speziell an Flüchtlinge richtet, erstellt. Mithilfe der Plattform soll ein geeignetes Umfeld geschaffen werden, in dem diese besondere Gruppe von Arbeitssuchenden auf ihnen gegenüber positiv eingestellte Arbeitgeber trifft.

Ergänzendes zum Thema
 
Hilfe für Helfer

Die Jobbörse ist ein Abschlussprojekt im Rahmen einer Bachelor Arbeit an der HTW Berlin im Sommer 2015. Die Plattform verzeichnet bereits die ersten Einträge: A.M. aus Hamburg schreibt: „Ich bin 22 Jahre alt und komme ursprünglich aus Afghanistan. Seit elf Monaten bin ich in Deutschland und lebe in Hamburg. Ich suche ein Praktikum, eine Ausbildung, eine Festanstellung oder einen Mini Job, gerne im Bereich Kfz“.

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