Flüchtlingshilfe ist (IT)-Netzwerkarbeit

Willkommenskultur 4.0 – Gemeinsam unsere Zukunft sichern

| Autor / Redakteur: Franz-Reinhard Habbel, Deutscher Städte- und Gemeindebund / Manfred Klein

Doch nicht nur Städte und Kommunen bemühen sich, Flüchtlingen die Ankunft in einer neuen Stadt durch digitale Angebote zu erleichtern. Die amikeco-Willkommensinitiative in Lüneburg ist ein privater Verein, der Flüchtlinge in allen Lebenslagen praktisch und persönlich unterstützt. Auf der Website, die auch in Farsi, Arabisch, Französisch und Russisch verfügbar ist, werden etwa Sprachkurse und Hausaufgabenhilfe, Beschäftigungsprojekte wie eine Fahrradwerkstatt oder gemeinsames Gärtnern und Teestunden, in denen soziale Kontakte ausgebaut und Probleme besprochen werden, angeboten.

Natürlich gibt es auch eine allgemein Informationsbroschüre zum Leben in Lüneburg, die online und gedruckt verfügbar ist. Außerdem unterstützt die Initiative die Stadtverwaltung bei runden Tischen in der kommunalen Flüchtlingspolitik und bringt eine praktische Erfahrungskomponente in die Diskussion ein.

Neben der Website ist Facebook ein wichtiges Kommunikationsmedium des Vereins, wo neue Mitglieder und Partner für konkrete Projekte, etwa Wohnungspaten, gesucht, aber auch Veranstaltungen gepostet werden. Außerdem ist die Seite Anlaufstelle und Plattform für andere private Initiativen, die Unterstützung für bestimmte Projekte suchen.

Sind die Flüchtlinge in der aufnehmenden Stadt angekommen, bereiten Sprachbarrieren oftmals große Probleme bei der Erstaufnahme und der weiteren Betreuung der Asylsuchenden.

Potsdam ist die erste Stadt in Deutschland, die auf Anregung des Deutschen Städte und Gemeindebundes „Video-Dolmetschen“ einsetzt. Innerhalb von 120 Sekunden können damit 1.700 qualifizierte Dolmetscher der verschiedensten Sprachen über eine Video Konferenz in ein Beratungsgespräch eingebunden werden. Dazu ist lediglich ein videotauglicher PC, Laptop oder Tablet notwendig. Selbst mit einem Smartphone ist in Ausnahmefällen die Kommunikation möglich.

Benötigt wird lediglich ein Zugang zu dem System. Die Abrechnung der Dolmetscher erfolgt im Minutentakt. Eine praktische Demonstration im Rathaus der Stadt Potsdam zeigte, wie auch Gehörlose diesen Service nutzen können.

Anfragen weiterer Städte, wie Wolfsburg und Koblenz, liegen dem Deutschen Städte- und Gemeindebund inzwischen vor. Denkbar wäre auch eine Nutzung des Konzepts im Rahmen des Pilotprojekts Ausländerbehörden – Willkommensbehörden.

Ergänzendes zum Thema
 
Hilfe für Helfer

In Jena wurde mit der Plattform „sprachhilfen.org“ eine Community gegründet, über die Anbieter von Sprachangeboten wie zum Beispiel Unternehmen oder Privatpersonen und Menschen, die Sprachangebote suchen, miteinander vernetzt werden. Mithilfe einer übersichtlichen Suchfunktion wird es für Nutzer einfach, ein passendes Angebot zu finden. Das Projekt befindet sich zum jetzigen Zeitpunkt noch in der Testphase.

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