Flüchtlingshilfe ist (IT)-Netzwerkarbeit

Willkommenskultur 4.0 – Gemeinsam unsere Zukunft sichern

| Autor / Redakteur: Franz-Reinhard Habbel, Deutscher Städte- und Gemeindebund / Manfred Klein

Dass in der Digitalisierung ein großes Optimierungs- und Hilfspotenzial steckt, zeigen eine Reihe von Anwendungen und Projekten zu verschiedensten Aspekten der Flüchtlingsarbeit. Im Folgenden sollen einige Ideen vorgestellt werden, die die Möglichkeiten der Digitalisierung aktiv nutzen, um eine integrative Willkommenskultur zu stärken

So werden in einem Pilotprojekt des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge unter dem Titel Ausländerbehörden – Willkommensbehörden Strategien für Verwaltungen entwickelt, die einerseits eine positivere Aufnahme von Flüchtlingen durch bedarfsgerechte Kundenorientierung und entsprechende interkulturelle, sowie psychologische Schulung der Mitarbeiter ermöglichen sollen.

Andererseits soll ein Netzwerk mit allen anderen relevanten privaten und öffentlichen Akteuren entstehen, damit die Behörde zu der zentralen Anlaufstelle für Flüchtlinge wird, die sich um alle Belange des täglichen Lebens kümmern und schnelle, unbürokratische Vermittlung an Beratungsstellen oder Leistungsträger gewährleisten kann.

Die Stadt Witten ist eine beispielgebende Stadt die nicht nur das Engagement für Flüchtlinge in der Stadt koordiniert, sondern auch auf digitale Services und Dienstleistungen setzt. Die Aktion Freifunk, Stadtverwaltung und Help Kiosk, ein überparteiliches Bündnis, und die Flüchtlingsinitiative der Uni Witten Herdecke koordinieren in Witten erfolgreich das Engagement für Flüchtlinge mittels einer Datenbank, der Witten-App, und der Bereitstellung von Informationen und Wissen aus dem Internet.

Fast alle Flüchtlinge in Deutschland besitzen bei ihrer Ankunft ein Smartphone, was Apps zu einem idealen Instrument macht, ankommende Flüchtlinge unbürokratisch durch den Dschungel der Hilfsangebote zu navigieren.

Auch der Kreis Mayen-Koblenz setzt auf den Smartphone-Besitz von Flüchtlingen und hat einen digitalen Willkommensatlas eingerichtet, der alle Themenfelder abdeckt, die für ankommende Flüchtlinge relevant sind. So gibt es Informationen zu Sprachkursen, ärztlicher Versorgung, Arbeitssuche, deutschen Bräuchen und Notfallnummern.

Sofort bei ihrer Ankunft im Kreis, erhalten die Migranten eine Broschüre mit einem QR-Code, der direkt zu der Seite führt, die auf Deutsch, Englisch, Französisch und Arabisch angeboten wird.

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