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Digitalfunk BOS Wie weit ist der Bund mit der Umstellung auf Digitalfunk?

| Autor: Susanne Ehneß

Die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) hat 2007 mit dem Aufbau einer bundeseinheitlichen Digitalfunkkommunikation begonnen. Mittlerweile ist die Umstellung, mit Ausnahme des Bundeskriminalamts, vollständig abgeschlossen. In großen Gebäuden gibt es allerdings immer noch Probleme mit der Netzabdeckung.

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Feuerwehrmann mit BOS-Digitalfunkgerät
Feuerwehrmann mit BOS-Digitalfunkgerät
(© BDBOS | Wilke)

Derzeit seien über 99 Prozent der Fläche Deutschlands mit dem Digitalfunk für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) abgedeckt. „Innerhalb von Bahnhöfen, Flughäfen, Tunneln, Einkaufszentren, Hochhäusern, Versammlungs- und Sportstätten (Sonderbauten) ist die Objektfunkversorgung allerdings teilweise unzureichend", heißt es vonseiten der Bundesregierung. Daher werde das BOS-Digitalfunknetz regelmäßig optimiert und weiterentwickelt, um unter anderem neue Objektfunkversorgungen zu gewährleisten und das Netz bei veränderten Nutzerzahlen belastbar zu erhalten.

Weiterentwicklungen

Zur Zeit erfolgen beispielsweise Funkmessungen in betroffenen Bahnhöfen, um die Ist-Versorgung des Digitalfunks zu erfassen. Diese Erhebungen fließen laut Bundesregierung in das Projekt zur Objektfunkversorgung der Deutsche Bahn (DB) AG ein, das in enger Abstimmung von Bund und Ländern durchgeführt wird. Dieses Großvorhaben sieht im Rahmen der Mittel der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung III eine Ausrüstung mit Objektfunk von 388 Bahnhöfen und Eisenbahntunneln in Deutschland bis zum Jahr 2024 vor.

Auch die Abdeckung an Flughäfen soll verbessert werden, denn aus Sicht der Bundespolizei sind 20 Flughäfen mit bundespolizeilicher Zuständigkeit nicht ausreichend mit Digitalfunk BOS versorgt. „Die Bundespolizei führt zur Verbesserung der Situation Gespräche mit den Flughafenbetreibern, die als Objekteigentümer hierfür verantwortlich sind“, so die Bundesregierung.

Netzhärtung

Auch bei der Netzhärtung ist man weitergekommen. Die vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfohlene flächendeckende Aufrechterhaltung des BOS-Netzes für mindestens 72 Stunden im Falle eines Stromausfalls befindet sich in der Umsetzung; an etwa 900 der bestehenden 4.700 Basisstationsstandorten wurden durch die Bundesländer bereits Härtungsmaßnahmen umgesetzt. Bis 2023 soll die Netzhärtung in allen Ländern abgeschlossen sein.

Aufgetretene Störungen

Bislang wurden laut Bundesregierung keine größeren Störungen im Digitalfunk verzeichnet. Diese traten demnach vereinzelt witterungsbedingt (insbesondere bei Richtfunkstrecken), technisch bedingt (z. B. Ausfall einzelner Komponenten) oder durch Einflüsse Dritter (z. B. bei Tiefbauarbeiten) auf.

Leitfaden

Infos zum Digitalfunk BOS für die an Baugenehmigungsverfahren beteiligten Behörden, für BOS sowie für Planungsbüros, Fachfirmen und Objekteigentümer hat die BDBOS im Leitfaden zur Planung und Realisierung von Objektversorgungen (L-OV) zusammengestellt.

Daneben sind natürlich auch die individuellen Regelungen in den Ländern und Kommunen zu beachten. „Im Austausch mit den Beteiligten bezüglich der konkreten Regelungen der Objekt-versorgung im Digitalfunk BOS hat die Bundesregierung die Erarbeitung einer Muster-Auffangregelung für die Forderung von Objektfunkanlagen und deren Anpassung an den Stand der Technik in den entsprechenden Landesgesetzen unterstützt. Die Umsetzung obliegt den Ländern“, ergänzt die Bundesregierung.

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