Elektronischer Personalausweis

Wie viel Unterschrift braucht der Mensch?

05.08.2008 | Redakteur: Manfred Klein

Staatssekretär Dr. Beus im Gespräch mit Jochen Baier; rechts daneben Holger Wosnitza, Dirk Thomas Wagner, Dr. Michael Tschichholz
Staatssekretär Dr. Beus im Gespräch mit Jochen Baier; rechts daneben Holger Wosnitza, Dirk Thomas Wagner, Dr. Michael Tschichholz

Kosten und Akzeptanz

Auf die Zweifel von Beus, dass wohl nur wenige Bürger die zusätzlichen Kosten einer elektronischen Signatur auf sich nehmen würden, reagierte Jochen Baier, Senior Manager Public Sector bei Steria Mummert Consulting AG, optimistischer.

„Es gibt analoge Entwicklungen, wo das ganz anders läuft. Ein gutes Beispiel dafür sind die elektronischen Überweisungen im Finanzbereich, die ja eigentlich nichts anderes sind, als die Verlagerung von Prozesskosten auf den Kunden. Andererseits wird der Kunde bei den Einsparungen aber auch beteiligt, weil eine elektronische Überweisung für ihn günstiger ist, als eine über Papier.“

Baier: „Ich denke, mit dieser Analogie kann man arbeiten und sagen, wenn wir schon ein Normenscreening machen, um zu prüfen, welche Formsätze zu verändern sind, dann können wir auch darüber nachdenken, welche zusätzlichen Anreize man für Bürger und Unternehmen schaffen könnte.“

Seiner Meinung nach, so Baier, seien dafür Verwaltungsabläufe, die Gebühren in großer Höhe oder großer Häufigkeit verursachen, besonders geeignet. Nochmals das Beispiel der Kfz-Anmeldung aufgreifend, führte er hier Unternehmen an, die Autos flottenweise an- und abmelden. Würden diese an den eingesparten Prozesskosten beteiligt, dann könnten diejenigen, die sich mit dem Gedanken tragen, für ihren Personalausweis eine elektronische Signatur zu beantragen, dann auch eine Vorstellung davon entwickeln, inwieweit sich das Ganze für sie rechnet.

Dr. Michael Tschichholz vom Fraunhofer Fokus-Institut merkte dazu an: „Ergänzen möchte ich den Punkt Vorbereitung der Schaffung von Akzeptanz. Wenn man zusätzlich frühzeitig den Nutzen aufzeigt, den der Bürger davon hat – gerade auch beim eBusiness – und auch eine Vereinfachung in Bezug auf die elektronische Signatur schafft, kann man hier sicher viel erreichen.“

Dr. Beus ergänzte: „Ich möchte dazu anmerken, dass der Umfang von Geschäftsprozessen im Internet heute natürlich ungleich größer ist, als damals, sodass das Interesse der Beteiligten natürlich ebenfalls ungleich größer ist. Das macht mich optimistisch, dass der elektronische Personalausweis anders laufen wird, weil sowohl die Bürger selbst, als auch die Verwaltung und die Wirtschaft heute ganz andere Interessenlagen als damals haben. Es geht bei den von mir angesprochenen Projekten zum Teil ja auch darum, die Techniken sicherer zu machen. Auch haben wir das Thema Akzeptanz aufgegriffen, indem wir in allen entsprechenden Gremien für unsere Vorhaben werben.“

 

Deutschland-Online Infrastruktur

 

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