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Elektronischer Personalausweis

Wie viel Unterschrift braucht der Mensch?

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„Die Idee war ja gut ...“

Der Verwaltungsjurist, Vorstandsvorsitzender von Dataport und der Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler IT-Dienstleister, Matthias Kammer, lobte die Ausführungen von Bernhard Beus: „Was ich an Ihrer Einschätzung zur Authentifizierung so wertvoll finde, ist die realistische Einschätzung. Die angedachte Überprüfung der Formvorschriften könnte außerdem dazu führen, uns klar zu machen, welche Fehler bei der elektronischen Signatur gemacht wurden. In Deutschland wurde das Signaturprojekt ja zu einem regelrechten Show Stopper. Die Idee war ja gut, aber es ist bei den Anforderungen so viel draufgesattelt worden, dass diese mit der Lebenswirklichkeit und der technischen Entwicklung nichts mehr zu tun hatten. Letztlich haben wir der Marktentwicklung normativ Dinge vorgegeben, von denen sich dann hinterher zeigte, dass sie in Wirklichkeit keiner brauchte. Das hat im realen Leben dann sehr schnell zu der Situation geführt, die Sie eben beschrieben haben. Ich plädiere deshalb dafür, zu versuchen, die Authentifizierung, wo immer wir können, so sicher und alltäglich zu machen, wie es die handschriftliche Unterschrift eben auch ist. Dafür müssen die entsprechenden technischen Systeme entwickelt werden. Genau das ist uns mit der qualifizierten Signatur ja nie gelungen.“

Alle müssen an einem Strang ziehen

Zur Begründung seiner Ausführungen merkte Matthias Kammer an: „Wenn man sich einmal ansieht, wie viele Geschäftsprozesse und wie viele Geschäfte abgeschlossen werden, ohne dass irgendwo unterschrieben wird, ohne dass überhaupt irgendeine Authentifizierung stattfindet – in vielen Fällen vertrauen die Beteiligten auf eine einfache eMail – dann zeigt das meiner Meinung nach, dass die Forderung nach einer qualifizierten Signatur in den meisten Fällen die Latte viel zu hoch legt.“ Kammer fuhr dann fort: „Ich halte daher Ihre Ausführungen zum Thema Sicherheit im Internet und das Bestreben des Bundes über die geplanten Bürgerportale, jedem Bürger, der das wünscht und braucht, eine sichere und verlässliche eMail-Adressen zu vermitteln, für einen sehr guten Ansatz. Ich finde Ihre Ausführungen zu diesem Punkt sehr schlüssig. Zudem wäre dieses Projekt für den BITKOM als Branchenverband, aber auch für andere Organisationen eine Möglichkeit, sich einzubringen, und in dem sie aufzeigen könnten, wie entsprechende Anforderungsprofile aussehen müssten. Da zudem mit Sicherheit wieder eine öffentliche Diskussion über die möglichen Risiken einer solchen Lösung stattfinden wird, würde es in meinen Augen Sinn machen, die Politik bei diesem Prozess zu unterstützen. Ich halte es daher für richtig, dafür einen Rahmen zu organisieren, der die Sache voranbringt.“

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