Digitalisierung in Behörden

Wie sehen die Aufgaben der zukünftigen IT-Leiter in der Verwaltung aus?

| Autor: Ann-Marie Struck

Die Digitalisierung bringt neue Aufgaben für die erst noch Zuständige gefunden werden müssen
Die Digitalisierung bringt neue Aufgaben für die erst noch Zuständige gefunden werden müssen (Bild: beeboys - stock.adobe.com)

Die Digitalisierung der Behörden ist in vollem Gange und führt nicht nur aktuell zu viel Umschwung. Einen Blick in die zukünftige Entwicklung von Zuständigkeiten innerhalb der Behörden, gibt das Researchunternehmen Gartner in seiner aktuellen Chief Information Officer (CIO)-Studie.

Einer Prognose des Marktforschers Gartner zufolge werden bis 2023 über die Hälfte der IT-Leiter in Behörden Aufgaben und Funktionen ausüben, die es heute noch gar nicht gibt. Laut der aktuellen CIO-Umfrage von Gartner beschleunigt sich der Übergang zum eGovernment. 53 Prozent der digitalen Initiativen in Behörden sind bereits von der Entwurfs- in die frühe Projektphase überführt worden. Dabei wollen 39 Prozent der Regierungen einen Großteil ihrer Mittel für Cloud-Dienste ausgeben.

Cathleen Blanton, Research Vice President bei Gartner interpretiert diese Entwicklung sot: „Diese Ergebnisse zeigen, dass sich Führungskräfte mit Cloud-Modellen vertraut gemacht und von ihren Bedenken hinsichtlich Sicherheit und Dateneigentum gelöst haben.“

Die neuen IT-Qualitätsanforderungen in Behörden setzen einen Transformationsprozess in Gang, der zu neuen oder veränderten Rollen von CIOs führen wird. Beispielsweise wird mit der zunehmenden Verbreitung von Cloud-Diensten die Zahl der Managementfunktionen in Rechenzentren sinken. Des Weiteren führt das digitale Produktmanagement zu einem Umdenken in den Regierungen. Denn laut Gartner werden Dienstleistungen in der Zukunft anders betrachtet als heute und Projektteams in Behörden auch intern digitale Produkte entwickeln und liefern.

Die staatliche IT wird in Zukunft auch vielfältigere Aufgaben erfüllen müssen als heute. Zum Beispiel werden sich öffentliche Stellen auf IT-Dienstleistungen der Regierung verlassen, um Themen wie Inklusion, Bürgererfahrung und digitale Ethik anzugehen. In diesen Bereichen sind jedoch weitere Kompetenzen von Forschern, Designern und Sozialwissenschaftlern gefragt.

Auf Dauer werden daher Regierungschefs Experten in diesen Gebieten einstellen müssen, um zu erklären, wie Bürger und Unternehmen auf Verordnungen und Strategien reagieren müssen und welche Auswirkungen dies auf die Gesellschaft, die Wirtschaft und die Staatseinnahmen haben wird.

Zudem muss die staatliche IT neue Berufe schaffen, um die eigene digitale Transformation zu unterstützen und neue Technologie in verschiedenen Unternehmen und Bereichen einführen zu können. Mit der Einführung von künstlicher Intelligenz (KI) und dem Internet der Dinge (IoT) werden weitere Spezialisten wie Maschinentrainer und Automatisierungsexperten gebraucht werden.

Laut Gartner werden bis 2023 fast 80 Prozent der Technologielösungen für Behörden durch ein XaaS-Modell (Anything as a Service) bereitgestellt und unterstützt. Anything as a Service bezeichnet einen Ansatz, der Nutzer sämtliche Geschäftsmodelle des Cloud Computing gesammelt zur Verfügung stellt.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 45818995 / Projekte & Initiativen)