Betriebssystem von Microsoft

Wie läuft die Migration der Behörden auf Windows 10?

| Autor: Susanne Ehneß

Es wird Zeit!
Es wird Zeit! (© niroworld - stock.adobe.com)

Mit Windows 7 ist bald Schluss. Ab 14. Januar 2020 wird es keine Sicherheits-Updates und Aktualisierungen mehr geben. Wie läuft die Migration in den Bundesbehörden ab? Und wie weit ist diesmal die Berliner Verwaltung?

Wie die Bundesregierung bekannt gab, sind die Bundesbehörden für die zeitgerechte Umstellung auf Windows 10 selbst verantwortlich. Eine Übersicht, welche Behörden umgestellt haben und welche noch nicht, liege deshalb nicht vor.

Laissez-faire soll es dennoch nicht geben, deshalb hat das Bundesinnenministerium ein Programm zur Unterstützung der Bundesbehörden ins Leben gerufen. „ Das Programm bietet insbesondere die Bereitstellung von Konzepten, Ressourcen, Lösungsschablonen und standardisierten Vorgehensmodellen. Die Konzeption setzt dabei geltende Standards wie den IT-Grundschutz und die Unterbindung des Telemetriedatenabflusses gemäß der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) um“, heißt es zum Konzept. Allerdings gilt auch hier das Freiwilligkeitsprinzip.

Rund 25 Behörden nehmen derzeit an diesem Programm teil, deren Umstellung soll noch in diesem Jahr abgeschlossen sein. „Darüber hinaus verwenden weitere Behörden die veröffentlichten Dokumente des Programms als Basis für ihre eigenen Migrationsprojekte, so dass mehr als ein Drittel aller Arbeitsplätze der Bundesverwaltung von dem Programm profitiert“, erläutert die Bundesregierung.

Wenn die Migration nicht klappt

Wenn die Umstellung auf das aktuelle Microsoft-Betriebssystem bis Mitte Januar nicht klappt, können Behörden „auf Anfrage im Rahmen des Programms Behördenclient des BMI zur Beschleunigung der Migration unterstützt werden“, betont die Bundesregierung.

Natürlich gibt es noch eine – wenn auch teure – Alternative: den erweiterten Support. Bis Januar 2023 lässt Microsoft ein Hintertürchen für Nachzügler offen.

Dies wurde seinerzeit auch Windows-XP-Kunden angeboten. Im April 2014 stellte Microsoft den Support für das beliebte Betriebssystem ein, zahlreiche Verwaltungen hatten damals die Migration verschlafen. Zwei Wochen vor Support-Ende liefen beispielsweise noch 63 Prozent aller Rechner der Berliner Verwaltung unter Windows XP.

Wird es diesmal auch so sein? Jedenfalls hat die Bundesregierung die mögliche Support-Verlängerung vertraglich abgesichert und betont, dass Microsoft angekündigt habe, den erweiterten Support auch für weitere Lizenzprogramme anzubieten, so dass ihn auch kleinere Behörden nutzen können.

Situation in der Berliner Verwaltung

Aus der Berliner Senatsverwaltung für Inneres und Sport heißt es: „Die Innenverwaltung unternimmt gemeinsam mit allen beteiligten Behörden große Anstrengungen, die Umstellung auf Windows 10 schnellstmöglich und vollumfänglich abzuschließen.“ Diese werde in keiner Weise „vor sich hergeschoben“. Damit reagierte man auf Medienberichte, die unterstellt hatten, die Umstellung der Behörden auf Windows 10 verlaufe fehlerhaft. „Das Gegenteil ist der Fall“, heißt es aus Berlin.

Auch die Umstellung der Fachverfahren gehe seinen Gang: „315 von den 317 zentral bei der Innenverwaltung gemeldeten Fachverfahren sind Windows-10-lauffähig. Das sind 99 Prozent. Für das restliche Prozent (zwei Fachverfahren) ist eine Übergangslösung gefunden. Eine Beeinträchtigung der Arbeit und damit ein Verlust an Service für die Bürgerinnen und Bürger wird es nicht geben.“

Auch wenn der Stichtag immer näher rückt: Die Berliner Verwaltung scheint diesmal also die rechtzeitige Migration schaffen zu wollen – aus Sicherheits- und Kostengründen sicher die beste Entscheidung.

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