Informationsplattformen

Wie Kommunikation die öffentliche Sicherheit verbessert

10.01.2007 | Autor / Redakteur: Thomas Mierschke / Gerald Viola

Ob und welches technische Präventionsverfahren zur Wahrung der inneren Sicherheit zweckmäßig und vertretbar ist, wird aus politischer und fachlicher Sicht überaus kontrovers diskutiert. Unstrittig jedoch ist: Nur durch enge Koordination unterschiedlicher Landes- und Bundesbehörden sowie nichtstaatlicher Hilfs- und Rettungsdienste lassen sich Krisensituationen rechtzeitig erkennen, Massenveranstaltungen effektiv schützen und Schäden bei eingetretenen Notlagen wirksam begrenzen. Voraussetzung für ein optimal abgestimmtes Vorgehen aller Beteiligten ist eine organisationsübergreifende Kommunikationsplattform.

Als technische Basis dafür bietet sich das Architekturmodell intelligenter Informationsnetzwerke (IIN) von Cisco an: Ein IIN nutzt vorhandene IP-Netzwerke als Ausgangspunkt und versorgt neben dem Sprach- und Datentransport praktisch jedes analoge oder digitale Funksystem. Auch Überwachungskameras sowie Bewegungssensoren oder Gebäudezutrittskontrollen lassen sich nahtlos integrieren und technische Signalquellen dadurch mit verschiedenen Kommunikationsanwendungen kombinieren. Da sämtliche sicherheitsrelevanten Applikationen im IIN ihre gemeinsame Infrastrukturbasis finden, sinken die Managementkosten trotz gestiegener Funktionalität. Bei künftigen Erweiterungen werden zudem geringere Investitionsmittel benötigt, um das Sicherheitsniveau weiter zu verbessern. Großveranstaltungen wie die Fußballweltmeisterschaft oder das Oktoberfest in München versetzen die verantwortlichen Einsatzkräfte in höchste Alarmbereitschaft. Unter Umständen geht es um Leben und Gesundheit Tausender Menschen. Aber auch der Alltag unserer mobilen Gesellschaft stellt die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern vor wachsende Herausforderungen. So untermauern nicht zuletzt die jüngst in Regionalzügen der Bundesbahn aufgefundenen Kofferbomben die Dringlichkeit neuer Kooperationsformen zur Abwehr terroristischer Bedrohungen.

Optimale Kooperation braucht effiziente Kommunikation

Unabhängig davon, wie gut die Zusammenarbeit innerhalb von Einzelorganisationen funktioniert – bei der externen Kommunikation mit anderen Behörden werden viele der heute genutzten technischen Systeme den Anforderungen des 21. Jahrhunderts nicht mehr gerecht. Herkömmliche analoge Funksysteme sind zum Beispiel vielerorts schon mehr als zwanzig Jahre lang im Einsatz. Gerade bei Großeinsätzen können Verständigungsprobleme wegen schlechter Übertragungsqualität und fehlender Kanalkapazität die Ausübung hoheitlicher Aufgaben beeinträchtigen. Zudem sind die vorhandenen Analogsysteme grundsätzlich nicht abhörsicher und müssen daher durch verschlüsselte Digitalübertragung abgelöst werden. Bund und Länder wollen bis 2010 eine entsprechende Funkinfrastruktur aufbauen, die allen „Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben“ (BOS) gemeinsam zur Verfügung steht.

Bei der Errichtung einer universellen Netzwerkinfrastruktur, die heutige und künftige Sicherheitsansprüche mit der notwendigen Kosteneffizienz verbindet, ist der geplante Sprach- und Datenfunk für BOS zweifellos ein wichtiges Element – aber nur eines unter vielen. Worauf es entscheidend ankommt, ist: all diese Bausteine einzubetten in eine gemeinsame Infrastrukturlösung. Ziel muss es sein, eine hoch integrierte Plattform zu schaffen, um die Aktivitäten verschiedener Organisationen mit jeweils unterschiedlicher Trägerschaft und eigenständigem Aufgabenprofil optimal zu koordinieren. Derart vernetzte Sicherheitsorganisationen agieren dann auf der Grundlage eines gemeinsamen Lagebildes als eine Art „virtuelle“ Gesamtorganisation.

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