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Details zu Technik, Fördermöglichkeiten und Frequenzpolitik

Wie Gemeinden selbst ein LTE-Netz bauen

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Kann die Kommune das Netz selbst betreiben oder das Management als Service buchen?

Lemke: Der interessante Aspekt hier ist, dass eine Behörde das Netz mit Europäischen Fördergeldern (EU Project for Broadband Network; RPO 2.1) aufgebaut hat und betreibt. Dabei wird die Kommune von einem kleineren, lokalen Service Provider unterstützt. Über das sonstige kommerzielle Modell kann ich keine Auskunft geben, da Huawei hier nicht involviert ist.

Wie ließe sich die Abrechnung technisch umsetzen?

Lemke: Da es sich um sehr wenige Teilnehmer handelt, sind alle entsprechenden Funktionen in das EPC eingebettet. Damit lässt sich der Zugang überwachen; Datenpakete lassen sich metern oder kontrollieren. Es gibt also eine vollumfängliche Technologie die einen kommerziellen Betrieb erlaubt.

Können Sie etwas zu den Kosten der Infrastruktur sagen?

Lemke: Der Betrag setzt sich aus Behördengeldern und europäischen Fördermitteln zusammen. Zur konkreten Höhe veröffentlichen wir keine Details. Interessierte können sich jedoch gern mit Huaweis deutschem Vertriebsbüro in Verbindung setzen.

Welche Fördermöglichkeiten gäbe es in Deutschland?

Lemke: Die Förderung läuft über die Europäische Union, etwa das EU Project for Digital Divide (POIG 8.3). Das fördert die Internetanbindung für unterversorgte Gebiete.

Wären die in Polen genutzten Frequenzen auch in Deutschland verfügbar?

Lemke: Das 3.5-Spektrum ist in Deutschland komplett vergeben. Zwei Frequenzbänder der ursprünglichen WiMAX-Betreiber in Deutschland wurden von E-Plus aufgekauft, und die Spektren liegen jetzt dort. Für das 3.5-Band gibt es keine LTE-Nutzung in Deutschland. Für 3.6 bis 3.8 GHz müssten erst noch die ganzen regulativen Voraussetzungen geschaffen werden, weil dieses Band bisher in Deutschland nicht verfügbar ist. Im Augenblick muss man leider sagen: Vorbehaltlich anderer Entscheidungen der Bundesnetzagentur ist das derzeit nicht möglich.

Könnte man auf andere Bänder ausweichen?

Lemke: Nein, es geht ja hier um die LTE-TDD-Technologie. Es gäbe da noch eine Chance im 2.3- und 2.6-Band. Aber im 2.3-Band gibt es noch keine Freigabe; das Spektrum existiert noch nicht. Diesbezüglich kann ich nur auf unser Regulationspapier verweisen, in dem Huawei darauf hinweist, dass man das 2.3-Band aktivieren sollte. Das 2.6-Band TDD ist komplett verkauft und lizenziert an Vodafone, Deutsche Telekom, O2 und E-Plus.

Herr Lemke, vielen Dank für das Gespräch!

Anmerkung: Die im Text genutzten Werte für die GHz-Frequenz orientieren sich an der englischen Schreibweise. 3.5 GHz entsprechen also 3.500 MHz.

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