Neue Wege in der IT-Ausbildung

Wie die Stadt Köln qualifizierten IT-Nachwuchs rekrutiert

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Jedes Jahr fünf Ausbildungsplätze

Für Berufsanfänger besteht außerdem die Möglichkeit, eine Erstausbildung mit Abschluss „Bachelor in Wirtschaftsinformatik“ in Form eines „dualen Studiums“ zu absolvieren. In dem ebenfalls von der FHDW angebotenen Studiengang wechseln Studienphasen an der Hochschule (insgesamt vier Hochschultrimester von 16 bzw. 18 Kalenderwochen) mit vier in etwa gleich langen Praxisphasen ab, in denen jeweils eine Projektarbeit (in der letzten die Bachelorarbeit) anzufertigen sind.

Die Studierenden durchlaufen in den Praxisphasen verschiedene Abteilungen und Kompetenzzentren des Betriebs und erhalten dabei einen praxisnahen Einblick in die wichtigsten Fachgebiete der kommunalen IT, was die Entscheidung für die spätere Spezialisierung erleichtert. Sie beziehen während des Studiums eine Praktikantenvergütung. Die Studiengebühren sind ebenfalls zurückzuzahlen, wenn nach der Ausbildung keine Übernahme in den Dienst der Stadt Köln erfolgt.

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Auch für das berufsbegleitende und duale Studium werden pro Jahr zusammen fünf Ausbildungsplätze bereitgestellt, sodass im Amt für Informationsverarbeitung mit rund 230 Beschäftigten auf diese Weise jährlich mindestens zehn junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter neu hinzugewonnen werden können.

Für eine begrenzte Zahl besonders qualifizierter und leistungsfähiger Kolleginnen und Kollegen besteht schließlich die Möglichkeit zum berufsbegleitenden Masterstudium in verschiedenen Spezialisierungsfeldern. Die Stadt bedient sich dabei der Angebote verschiedener Hochschulen wie beispielsweise der International School of IT Security in Bochum (www.is-its.org), die einen Fernstudiengang „Applied IT-Security“ durchführt oder des Bildungsnetzwerkes winfoline (www.winfoline.de), das einen Master of Science in Information Systems vergibt. Die Erfahrungen mit der eingeschlagenen Qualifizierungsstrategie sind ausgesprochen positiv.

Trotz hoher Nachfrage auf dem IT-Arbeitsmarkt und den begrenzten monetären Anreizen, die der Tarifvertrag zulässt, ist es gelungen, sehr gut ausgebildete und hoch motivierte Nachwuchskräfte zu gewinnen, mit denen die natürliche Fluktuation im Personalbestand aufgefangen werden kann. Das Qualifizierungsergebnis ist so gut, dass die Absolventen sehr attraktive Angebote von Firmen erhalten und einzelne trotz Rückzahlungspflicht der Studiengebühren abgeworben wurden.

Durch die aufeinander aufbauenden Qualifizierungsphasen und die lange Zugehörigkeit entsteht andererseits auch eine enge Bindung an die Stadt. In Verbindung mit flexiblen Arbeitsmöglichkeiten und einem attraktiven Arbeitsumfeld entscheidet sich daher die weitaus überwiegende Zahl zu bleiben. Umso dringender ist daher die Forderung an die Tarifparteien, auch entsprechende Fachkarrieren in der IT zu ermöglichen.

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