EU-Dienstleistungsrichtlinie

Wichtiger Schritt zur Verwaltungsmodernisierung

16.10.2009 | Autor / Redakteur: Petra Krickl / Gerald Viola

Ein wichtiger Schritt zur Verwaltungsmodernisierung ist die Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie, die Ende 2009 in Kraft treten wird. Ziel ist es, allen europäischen Unternehmen und Unternehmensgründern die gleichen Bedingungen für ihre Geschäftstätigkeit in einem einheitlichen europäischen Markt zu gewährleisten und bürokratische Hindernisse abzubauen. Im Rahmen der Umsetzung soll ein flächendeckendes Netz einheitlicher Ansprechpartner geschaffen werden. Jeder Antragsteller soll über eine zentrale Stelle alle nötigen Verfahren und Formalitäten, beispielsweise für eine Gewerbeanmeldung, online im Internet abwickeln können.

Um dabei ein Höchstmaß an Sicherheit und Qualität zu garantieren, ist gerade die Vernetzung dezentraler IT-Infrastrukturen eine große Herausforderung. Die EU-Dienstleistungsrichtlinie unterstützt somit nachhaltig die Bemühungen in Deutschland, ihre Verwaltungsstrukturen zu modernisieren.

Eine wichtige flankierende Maßnahme ist das Deutschland-Online-Projekt EU-DLR, das Microsoft und das Fraunhofer-Institut FOKUS für offene Kommunikationssysteme in Berlin als Partnerunternehmen des Projektes unterstützen. Das Microsoft-Lösungskonzept zur EU-DLR baut auf den Forschungsergebnissen des Fraunhofer FOKUS Institutes auf.

Das Fraunhofer-Institut FOKUS hat einen Demonstrator entwickelt, der anschaulich zeigt, wie eine technologie- und lösungsunabhängige Kommunikation aussehen kann.

„Erstmals können wir in unserem eGovernment-Labor demonstrieren, wie ein System aussehen muss, das Ende 2009 den Anforderungen der EU-Dienstleistungsrichtlinie genügt“, beschreibt Professor Radu Popescu-Zeletin, Direktor des Fraunhofer-Instituts FOKUS in Berlin, die Ziele der Entwicklung. „Der Prototyp, der auf Basis von Microsoft-Technologien und -Produkten entwickelt wurde, bietet dem Antragsteller nur noch einen Ansprechpartner für Information, Beratung und Koordination – und das für den gesamten Prozess einer Gewerbeanmeldung.“

Der Demonstrator zeigt beispielhaft den Zugang des Antragstellers über das Internet und zeigt vor allem die Herausforderung der Anbindung der unterschiedlichen Verwaltungseinrichtungen in den Genehmigungsprozessen auf. Basis für die technische Realisierung ist das Konzept des Modernen Verwaltungsarbeitsplatzes von Microsoft. Dieser sorgt für eine Homogenisierung der IT-Strukturen und unterstützt somit alle Verwaltungsabläufe.

Der Demonstrator ist eine Studie, die unter Berücksichtigung der Interoperabilität den Nachweis der Realisierbarkeit des Architekturkonzepts erbringt. Denn eines ist klar: „One Stop Government“ erfordert einen Arbeitsplatz, der den Anforderungen der EU-DLR gerecht wird. Statt Individuallösungen greifen Standardkomponenten, die den Einheitlichen Ansprechpartner unterstützen und sich in die Infrastruktur der Kammern und Ämter nahtlos einfügen. Unter der Federführung eines Microsoft Technologie-Partners wurde eine effektive und effiziente Lösung auf Basis des Modernen Verwaltungsarbeitsplatzes sowie den Erkenntnissen aus der Kooperation mit Fraunhofer entwickelt.

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