EU-Dienstleistungsrichtlinie

Wichtiger Schritt zur Verwaltungsmodernisierung

16.10.2009 | Autor / Redakteur: Petra Krickl / Gerald Viola

Der EU-Binnenmarkt und eine stetig zunehmende Datenflut stellen die Öffentliche Verwaltung vor neue Herausforderungen. So hat sich beispielsweise die Anzahl der zu bearbeitenden eMails in den letzten fünf Jahren pro Mitarbeiter mehr als verfünffacht. Insgesamt hat die Menge der Dokumente und Dateien massiv zugenommen.

Ein Großteil davon ist unstrukturiert, das heißt, nicht in ein entsprechendes ERP- oder CRM-System eingebunden. Die Suche der Mitarbeiter beispielsweise nach gültigen Versionen und aktuellen Inhalten beansprucht mittlerweile 20 bis 30 Prozent der Arbeitszeit.

Die zunehmende Unterstützung der Verwaltungsarbeit durch leistungsfähige Informations- und Kommunikationstechnik hat darüber hinaus auch dazu geführt, dass sogenannte „heterogene Systemlandschaften“ mit unterschiedlichsten Schnittstellen, Standards, Benutzeroberflächen und mit differierender Anwendungslogik entstanden sind. Das bedeutet, bisher eingesetzte IT-Lösungen und -Systeme konzentrieren sich im Wesentlichen auf einzelne Abläufe und Prozesse; die darin enthaltenen Daten und Informationen sind ebenfalls in unterschiedlichen Quellen und Formaten verfügbar.

Das führt unter anderem dazu, dass der reibungslose Datenaustausch innerhalb einer Verwaltung und mit anderen Verwaltungen sowie mit Bürgern und Unternehmen erheblich erschwert ist. Dies blockiert eine volle Entfaltung der möglichen Nutzbarkeit der eingesetzten Informationstechnik, was letztlich sogar zusätzliche Kosten verursacht.

Effizienz durch Dienstleistungsrichtlinie

Bedingt durch die heterogene Architektur müssen sich Fachverfahrensanwender immer wieder an neue Bedienungskonzepte gewöhnen. Sie müssen die richtigen Fachverfahren auswählen, die richtigen Informationen an der richtigen Stelle zur Verfügung stellen. Darunter leidet nicht nur die Qualität der Entscheidungsfindung an sich, sondern auch die Effizienz sowie Transparenz in der täglichen Arbeit und die Freude des Mitarbeiters am Einsatz moderner Arbeitsinstrumente. Gefragt sind hier entsprechende Applikationen, die insbesondere vor dem Hintergrund einer steigenden Datenflut, heterogener Systemlandschaften sowie zukünftiger Herausforderungen ein effizienteres Arbeiten und eine grundsätzliche Verwaltungsmodernisierung ermöglichen.

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