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Startschuss für die Cyberagentur Wichtiger Schritt zu größerer Technologie-Souveränität

| Autor: Manfred Klein

Mit der Unterzeichnung der Gründungsurkunde und der Bestellung der Geschäftsführung ist dieser Tage der Startschuss für die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH („Cyberagentur“) gegeben worden. Für Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und Bundesinnenminister Horst Seehofer ist dies ein wichtiger Schritt zu mehr Technologie-Souveränität in der Cybersicherheit.

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350 Millionen Euro für Innovationen im Bereich der Cybersicherheit
350 Millionen Euro für Innovationen im Bereich der Cybersicherheit
(© Sikov – stock.adobe.com)

Die Cyberagentur ist laut Bundesinnenministerium ein wesentlicher Baustein der Bundesregierung zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger, Verwaltung und Wirtschaft im Cyberraum. Sie wurde im Koalitionsvertrag 2018 vereinbart und bettet sich in die Hightech-Strategie 2025 der Bundesregierung ein.

Bundesinnenminister Horst Seehofer erklärte zur Gründung: „Kernaufgabe der Cyberagentur ist es, die Entwicklung innovativer Technologien der Cybersicherheit voranzutreiben. Wir wollen damit auch unsere digitale Souveränität stärken. Mit der Ansiedlung der Agentur im mitteldeutschen Revier schaffen wir ganz bewusst Arbeitsplätze in einer Region, die vom Strukturwandel betroffen ist. Das ist gelebte Heimatpolitik.“

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer bewertete die Gründung der Cyberagentur als „wichtigen Beitrag zur Forschungsförderung und ein Meilenstein zum Schutz unserer IT-Systeme“. Die Weiterentwicklung von Ideen und innovativen Ansätzen gerade bei der digitalen Sicherheit verdiene unser besonderes Engagement.

Für die Gründungsphase der Cyberagentur wurden Professor Dr. habil. Christoph Igel als Geschäftsführer und Forschungsdirektor sowie Frank Michael Weber als Kaufmännischer Direktor und Geschäftsführer bestellt. Im Oktober ist eine feierliche Eröffnungsveranstaltung auf Ministerebene in Halle geplant, deren genaue Terminierung noch bekanntgegeben wird.

Die Cyberagentur wird in ihrer Gründungsphase ihren Sitz in Halle (Saale) haben; der endgültige Standort soll sich am Flughafen Leipzig/Halle befinden. Die Auswahl des Standortes im Mitteldeutschen Revier ist Bestandteil der Heimatstrategie der Bundesregierung. Dabei sollen bis zu 100 neue Arbeitsplätze entstehen.

Die Cyberagentur wird Innovationen auf dem Gebiet der Cybersicherheit identifizieren und konkrete Aufträge für die Entwicklung von innovativen Lösungsmöglichkeiten vergeben. Hierbei plant, steuert und priorisiert die Cyberagentur einzelne Programme und führt sie zusammen. Die gewonnenen Ergebnisse wertet die Cyberagentur aus und stellt diese der Bundesregierung zur Verfügung.

Mit ihrer langfristigen Ausrichtung und dem Fokus auf die Äußere und Innere Sicherheit ergänzt die Cyberagentur die anderen Initiativen der Bundesregierung.

Der Agentur stehen zunächst bis 2023 insgesamt 350 Millionen Euro aus den Haushalten des BMVg und des BMI zur Verfügung.

Kritische Stimmen zur Gründung gab es unter anderem vom Bitkom. dort kommentierte man die Unterzeichnung mit den worten: „„Wir begrüßen sehr, dass die Bundesagentur für Innovationen in der Cybersicherheit nunmehr offiziell gegründet ist. Es wurde zu lange über die Agentur und vor allem ihren Standort diskutiert, jetzt muss sie schnell Top-Leute nach Halle holen und ihre Arbeit aufnehmen.“

Wichtig sei zudem, dass sie schlank aufgestellt werde und schnell und agil handeln könne. Cybersicherheit sei eine der Stärken der deutschen IT-Branche und diese Stärke müsss jetzt strategisch ausgerichtet und operativ weiter ausgebaut werden. Hier erwarte man von der Agentur spürbare Impulse.

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