conhIT 2016

Wichtige IT-Trends im Gesundheitswesen

| Autor: Manfred Klein

Der Schirmherr der conhIT, Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, bei seiner Eröffnungsrede
Der Schirmherr der conhIT, Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, bei seiner Eröffnungsrede (Bild: Messe Berlin GmbH)

Europas führendes Branchenevent für Gesundheits-IT bündelt auch in diesem Jahr wieder die wichtigsten digitalen Trends im Gesundheistwesen. Schwerpunktthemen waren unter anderem „Patient Empowerment“, „Mobilität und Apps“ und „Patientennahe Prozessunterstützung“. Ein kurzer Überblick.

Eines der größten Probleme der Krankenhäuser ist die mangelnde Vernetzung der Bereiche des Gesundheitswesens vor und nach dem Klinikaufenthalt. Denn, wie es der Vorstandsvorsitzende der evangelischen Krankenhauskette Agaplesion AG, Markus Horneber, formulierte: „Wir verstehen uns nicht als Krankenhausbetreiber, sondern als Kümmerer.“ Die veralteten Strukturen müssten aufgebrochen werden, um der neuen Macht der Patienten Rechnung zu tragen. Sie beteiligten sich dank moderner Medien zunehmend selbst an Diagnose und Therapie, sagte auch Gunther Nolte, IT-Verantwortlicher bei den Vivantes Kliniken. Sein Kollege Bernd Christoph Meisheit von den Sana-Kliniken sagte: „Wir brauchen ein System, das dem Patienten ermöglicht, jederzeit seinen Status abzufragen.“ Und wenn dazu Startups nötig seien, heiße die Parole: „Nicht mehr über Regulierungsrahmen nachdenken, sondern einfach machen!“, sagte Tobias Meixner von den Helios-Klinken, die eine eigene „Helios Cloud“ betreiben.

Intensiv- und Notfallmedizin: Mitarbeiterentlastung durch IT

IT-Lösungen für die Dokumentation und Kommunikation in der Notfall- und Intensivmedizin können die Mitarbeiterzufriedenheit deutlich erhöhen.

Dr. Bernadett Erdmann, Ärztliche Leiterin der Zentralen Notaufnahme (ZNA) am Klinikum Wolfsburg, berichtete beim conhIT-Kongress über die Einführung eines digitalen Notaufnahme-Cockpits. Die pflegerischen und ärztlichen Mitarbeiter haben damit einen Komplettüberblick über die Patienten und deren Vitaldaten.

Das System stellt auch eine digitale Triage und eine Einbindung der Fieberkurve, sodass Notaufnahmedaten per Knopfdruck ins Kliniksystem übernommen werden können. „Insgesamt haben wir viel weniger Mehrarbeit und eine viel höhere Mitarbeiterzufriedenheit“, so Erdmann.

Ähnlich erfolgreich verlief die Einführung eines interaktiven Kommunikationsterminals auf der Intensivstation des Universitätsklinikums Essen. Die enorm zeitraubenden Telefonate bei Verlegungen und Übergaben seien durch die teilweise Desktop-basierte, teilweise Tablet-basierte Plattform stark reduziert worden, sagte Oberarzt Dr. Fabian Dusse.

Technik darf aber nicht nur eingeführt, sie muss auch evaluiert werden, wie Dr. Dirk Hüske von Philips am Beispiel der Alarm Fatigue erläuterte. „Zu häufige Alarme gefährden Patienten und beeinträchtigen die Mitarbeiter.“

Hüske berichtete über eine systematische Analyse der Alarme auf einer Intensivstation in Nieuwegein, Niederlande. Durch unterschiedliche Maßnahmen konnte die Alarmfrequenz dort um 40 Prozent reduziert werden, und die Zufriedenheit von Mitarbeitern und Patienten stieg. Kein Wunder: Die durch das bessere Alarmmanagement eingesparte Zeit summierte sich auf eine halbe Mitarbeiterstelle.

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