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Die Herausforderung „elektronischer Personalausweis“ Who is who im Internet und in der Amtsstube?

Autor / Redakteur: Thomas Koch, Dirk Arendt / Gerald Viola

Der elektronische Personalausweis ist eine technische Innovation, mit der die Sicherheit im Online-Geschäftsverkehr deutlich verbessert wird. Bürger und Unternehmen erhalten mit dem elektronischen Personalausweis ab November 2010 ein Instrument, das die sichere Verwendung sensibler, personenbezogener Daten im Internet gewährleistet. Der Bürger kann sich mit der eID-Karte sicher an eGovernment- und eBusiness-Anwendungen authentisieren.

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( Foto: BMI )

Ganz im Gegensatz zur heutigen Situation, wo der Bürger oft beide Seiten seines Personalausweises kopiert oder scannt und seinem Gegenüber damit alle Daten zur Verfügung stellt, gibt er dann nur noch die Daten weiter, die für den jeweiligen Geschäftsvorgang von Nöten sind. Er bleibt Herr seiner eigenen Daten.

Der Bundestag hat im Dezember den Entwurf des Personalausweisgesetzes in 2/3-Lesung verabschiedet, der Bundesrat stimmte im Februar zu. Gleichzeitig wurde zur Beteiligung an einem Wettbewerb zum Anwendungstest aufgerufen. Mit dem Anwendungstest soll der elektronische Identitätsnachweis in der Fläche, das heißt, für den Zugang zu den verschiedensten eBusiness- und eGovernment-Diensten im Internet und an Automaten erprobt werden.

Erfolgsfaktoren

Einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren für den elektronischen Personalausweis ist, schnellstmöglich Akzeptanz bei den Nutzern zu schaffen. Das Wort Akzeptanz kommt vom lateinischen „accipere“, was in der Übersetzung etwa „annehmen“, „billigen“ oder „gutheißen“ bedeutet. Die potenziellen Anwender sollten verstehen, wofür sie den elektronischen Personalausweis einsetzen können. Sie müssen ihn nicht nur annehmen, nein, sondern das Projekt auch – im Sinne der Übersetzung – „gutheißen“. Es müssen die Vorteile klar kommuniziert werden. Daher ist eine umfassende und die Einführung begleitende Informationskampagne zwingend erforderlich.

Noch reden die Experten in kleinen und geschlossenen Arbeitsgruppen über ein Thema, das alle angeht. Alle Beteiligten müssen den Ansatz und die Notwendigkeit verstehen. Hier gilt es zu überzeugen, Verständnis, Transparenz und Glaubwürdigkeit zu schaffen, plakative Lösungen schon im Vorfeld aufzuzeigen. Es geht nicht nur um die viel diskutierten Beispiele im Bereich der Authentisierung wie etwa das Abholen von Paketdiensten, der Check-in im Hotel oder den Altersnachweis für den Mobilfunkvertrag. Nein, es geht um das Grundverständnis. Hier wird eine verlässliche und sichere Infrastruktur zur Identitätsprüfung aufgebaut.

Es gilt aber auch auf die Bremse zu treten und vor allzu unrealistischen Erwartungen an die Technik und deren Verbreitung zu warnen. Ein solches Infrastruktur-Projekt ist kein Selbstläufer, mit der sich die eID-Technik (siehe dazu etwa Geschichte der Signatur-Technik!) verbreiten wird. Das Projekt ist ein guter Anfang. Akzeptanz – das „Annehmen“ dieser neuen Infrastruktur – wird nur durch das Aufzeigen von Mehrwerten geschaffen.

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