nPA: eIDEE in Berlin gestartet Wettbewerb zu Anwendungsideen für den neuen Personalausweis

Redakteur: Gerald Viola

Wie kann ein Unternehmen die Online-Funktion des neuen Personalausweises nutzen, um effizienter und kundenfreundlicher zu werden? Das ist die zentrale Frage, die die Bundes­druckerei mit ihren Partnern AGETO und Procilon im Wettbewerb für den digitalen Handschlag „eIDEE“ stellt. Der Kick-off war gestern in Berlin.

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Software-Entwickler, IT-Profis und Front-End-Spezialisten sind aufgerufen, sich an dem Wettbewerb zu beteiligen.
Software-Entwickler, IT-Profis und Front-End-Spezialisten sind aufgerufen, sich an dem Wettbewerb zu beteiligen.
(Foto: Bundesdruckerei)

Jeder Bundesbürger über 16 Jahre wird in rund zehn Jahren einen neuen Personalausweis besitzen – und damit die Möglichkeit, sich auch in der digitalen Welt auszuweisen. Auch Nicht-EU-Bürger in Deutschland können sich über ihren elektronischen Aufenthaltstitel im Netz legitimieren. Dieses Potenzial für sichere Identitäten bei Online-Geschäften stellte Moderator Jens Fromm vom Berliner Fraunhofer-Institut FOKUS zu Beginn einer Podiumsdiskussion heraus.

Professor Thomas Schildhauer (Direktor Institute of Electronic Business IEB, Universität der Künste, Berlin), Sascha Sauer (Vorstand der AGETO AG), Robert Basic (Blogger und Netztrends-Experte), Joerg Mitzlaff (Betreiber des Portals openpetition.de) und Caspar Clemens Mierau (Post Privacy Activist und Blogger) diskutierten, inwieweit eID und eCommerce vertrauenswürdige Identitäten und Prozesse im Netz brauchen.

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Die Beiträge drehten sich um die Frage, welche neuen Möglichkeiten sich bieten, wenn die eigene Identität digitaler wird und cross-medial in verschiedenen Kanälen und auf unterschiedlichen Plattformen eingesetzt wird.

Hier setzt der Ideenwettbewerb eIDEE an, den die Bundesdruckerei jetzt gemeinsam mit ihren Partner AGETO AG und Procilon IT-Solutions GmbH startet. „Mit dem neuen Personalausweis besitzen wir eine Technologie zum Schutz unserer Identität im Netz –was bislang fehlt, sind innovative Anwendungen, die für Bürger attraktiv sind und sie von der Bedeutung der neuen Möglichkeiten überzeugen“, erklärt Ulrich Hamann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bundesdruckerei GmbH, und ruft zur Teilnahme am Wettbewerb auf.

„Der neue Personalausweis hilft dabei, vorhandene Prozesse völlig neu zu denken“, betonte Professor Thomas Schildhauer, gleichzeitig Vorsitzender der Wettbewerbs-Jury. „Der Ausweis und seine Online-Funktion steht auch für die Fortsetzung der heute schon üblichen Anmeldung auf allen möglichen Webseiten mit Login und Passwort“, ergänzte Sascha Sauer Vorstand der AGETO AG, „nur dass es ein vom Gesetzgeber abgesichertes Verfahren ist und keine privatwirtschaftliche Initiative.“

Mit dem neuen Ausweis sei erstmals das Ziel erreichbar geworden, bislang aufwendige analoge Aufgaben des täglichen Lebens, die derzeit noch lange Wege oder Wartezeiten erfordern, schnell und einfach digital erledigen zu können.

„Schon jetzt kann man mit seinem Personalausweis viele hilfreiche und interessante Anwendungen nutzen, wie Online-Petitionen, Online-Behördengängen oder eine Kontoeröffnung bei einer Online-Bank. Doch das Potenzial ist größer“, weiß Sascha Sauer.

Und Steffen Scholz, Geschäftsführer von procilon, ergänzte: „Mit dem eIDEE-Wettbewerb für den digitalen Handschlag sind wir deshalb auf der Suche nach weiteren innovativen Einsatzmöglichkeiten“. Der Wettbewerb verstünde sich als ideale Ergänzung zur eGovernment-Initiative des Bundes, so die Partner.

Software-Entwickler, IT-Profis und Front-End-Spezialisten sind aufgerufen, sich an dem Wettbewerb zu beteiligen. eIDEEN-Geber können unter www.digitaler-handschlag.de ihre Idee via Web-Formular bis zum 15. August einreichen.

Die Teilnahme ist einfach: In wenigen Sätzen sollen die Idee und ihr Nutzen beschrieben werden. Bei Bedarf kann man auch Dokumente hochladen.

Eine achtköpfige Jury entscheidet über die besten Ideen. Als Hauptgewinn winken Beratungs- und Sachleistung zur Umsetzung der eingereichten Ideen im Gegenwert von bis zu 10.000 Euro.

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