eGovernment und die Folgen für die politischen Wissenschaften

Wenn sich Politik in IT manifestiert ...

| Autor / Redakteur: Dr. Philipp Müller / Manfred Klein

Was geschieht mit den politischen Institutionen unter dem Einfluss des Internets? Zunehmend beschäftigt die Frage Parteien und Verwaltungswissenschaftler
Was geschieht mit den politischen Institutionen unter dem Einfluss des Internets? Zunehmend beschäftigt die Frage Parteien und Verwaltungswissenschaftler (Quelle: © Nmedia - Fotolia.com)

Die Folgen der sich abzeichnenden Netzgesellschaft sind nicht nur längst zum Forschungsgegenstand der politischen Wissenschaften geworden. Sie prägen darüber hinaus auch den politischen Diskurs. Welche Folgen das für uns alle hat, damit beschäftigt sich Philipp S. Müller in vorliegendem Beitrag.

Auf der linken Seite des Charles Rivers in Cambridge, Massachusetts liegt die Harvard Kennedy School of Government, auf der rechten Seite die Harvard Business School. Beide Einrichtungen gestalten unsere Welt, da sie Entscheidungsträger von Regierungen und globalen Unternehmen ausbilden.

Sie sind durch den Fluss und eine klare Aufgabenteilung getrennt: Die Kennedy School ist für das Gemeinwohl (engl. Public Value) zuständig, die Business School für den Profit (Shareholder Value). Über die Jahre kam es immer wieder vor, dass sich Vertreter beider Seiten auf der roten Backsteinbrücke, die beiden Schulen miteinander verbindet, trafen und sich über die Gemeinsamkeiten zwischen Wirtschaft und Politik Gedanken machten.

Seitdem hat sich die Welt verändert. Digitale Infrastrukturen und globale Wertschöpfungsketten haben die Unterscheidungen, die im 19. Jahrhundert mit dem Methodenstreit der Nationalökonomie eingeführt wurden, verwässert. New Public Management, eGovernment und Open Government sind da nur Etappen dieses neuen Denkens.

Die große Herausforderung für uns alle ist inzwischen, wie können wir Prozessdenken, Offenheit und Sicherheit intelligent integrieren, um eine gerechte und nachhaltige Netzwerkgesellschaft zu etablieren?

Auf Regierungsebene. In Unternehmen. Aber auch in jedem anderen Bereich unserer Gesellschaft, sei es in Nichtregierungs­organisationen, Bürger­initiativen, Bildungseinrichtungen, Interessengemeinschaften oder sozialen Netzwerken.

Noch ist die Diskussion darüber nicht in Fahrt gekommen, für die erfolgreiche Entwicklung unserer Gesellschaften aber bereits entscheidend. Wir müssen es wagen, die Situationslogik unserer Zeit herauszuarbeiten, um Strategien für ein strategisches Management im 21. Jahrhundert zu entwickeln.

Der Begriff der Situationslogik wurde von Karl Popper in seinem Buch „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“ geprägt.

Er erlaubt uns, die unterschiedlichen sozialen Logiken, in denen wir uns bewegen, zu reflektieren und zu vergleichen: Im Markt verhalten wir uns anders als in der Politik oder der Gesellschaft. Wir unterscheiden zwischen Homo Economicus und Homo Politicus, und verhalten uns dann nach den jeweiligen Logiken.

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 32462140 / Projekte & Initiativen)