Soziale Netzwerke in der Schule

Wenn Lehrer und Schüler zu Freunden werden

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Niedersachsen

Niedersächsische Lehrkräfte dürfen soziale Netzwerke nur für außerdienstliche Zwecke nutzen. „Die dienstliche Nutzung sozialer Netzwerke ist mit datenschutzrechtlichen Risiken und Problemen behaftet, sodass bis zur Klärung der rechtlichen und technischen Fragen und bis zur datenschutzkonformen Ausgestaltung der Netzwerke davon abzusehen ist“, betont die Datenschutzbehörde.

Nordrhein-Westfalen

Zu privaten Zwecken dürfen Lehrer in Nordrhein-Westfalen Facebook nutzen, „für eine darüber hinausgehende Verarbeitung personenbezogener Daten von Schülerinnen und Schülern durch Schulen, Lehrkräfte oder Schulaufsicht ist nach der Art des sozialen Netzwerks, dessen funktionalem Umfang und dessen Umgang mit personenbezogenen Daten zu unterscheiden“, so der Datenschutzbeauftragte Ulrich Lepper.

Gegen die Nutzung kommerzieller Dienste zu schulischen Zwecken durch Lehrkräfte gebe es erhebliche Bedenken, schon weil beispielsweise keine Transparenz über die Datenverwendung bestehe. Alle Beteiligten wüssten nicht sicher, was mit den Daten geschieht. „Auch bei rein privater Nutzung sind allerdings die allgemeinen Anforderungen und Verhaltensregeln für Lehrkräfte hinsichtlich des Umgangs mit Schülern und Schülerinnen aus dem Schulrecht zu beachten", betont die Datenschutzbehörde.

Problematisch sei diesbezüglich insbesondere die Freiwilligkeit des Austauschs von Seiten der Schülerinnen und Schüler, wenn sie andernfalls befürchten müssten, von Informationen ausgeschlossen zu werden oder eine fehlende Bereitschaft zum Austausch aus der Sicht der Lehrkräfte nachteilig bewertet würde."

Rheinland-Pfalz

Die Schulaufsichtsbehörde in Rheinland-Pfalz hat eine „Zunahme disziplinarrechtlicher Verstöße“ im Zusammenhang mit dem Auftreten von Lehrern in sozialen Netzwerken festgestellt. Lehrer seien demnach „allzu sorglos“ mit den Netzwerken umgegangen. Entsprechend sollen Lehrer für die Problematik sensibilisiert werden.

Zur Kommunikation zwischen Lehrkräften und Schülern steht an rheinland-pfälzischen Schulen die Software „Lernen online“ zur Verfügung, die zwischen dienstlichen und privaten Inhalten trenne.

Privat dürfen Lehrer Facebook nutzen – unter Beachtung eines verantwortungsvollen Umgangs mit Nähe und Distanz.

Saarland

Im Saarland „dürfen soziale Netzwerke nicht der einzige Kommunikationsweg sein“. Schüler, die kein Facebook-Profil haben, dürfen von Informationen nicht ausgeschlossen werden. Kommunizieren Lehrkräfte als Privatpersonen über soziale Netzwerke direkt mit Schülerinnen und Schülern, so sei von ihnen infolge der besonderen Verantwortung im Lehrberuf und mit Blick auf das Schüler-Lehrer-Verhältnis eine „gewisse professionelle pädagogische Distanz“ zu wahren.

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