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Sicherheit fürs Home Office Wenn die Amtsstube nach Hause geht

Autor / Redakteur: Klaus Brandstätter / Gerald Viola

Rund zwei Drittel der Bundesbürger wollen regelmäßig zu Hause arbeiten, ergab eine Forsa-Umfrage im Sommer 2008 im Auftrag des Hightech-Verbandes BITKOM. Seit dem Siegeszug des Internet und technisch ausgereifter externer Zugangsmöglichkeiten auch zum kommunalen oder Behördennetz kann dieser Wunsch leicht Wirklichkeit werden – und für alle Beteiligten zahlreiche Vorteile bringen.

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IPSec-VPN-Aufbau (Quelle: HOB GmbH & Co. KG)
IPSec-VPN-Aufbau (Quelle: HOB GmbH & Co. KG)
( Archiv: Vogel Business Media )

Klaus Brandstätter, Geschäftsführer der HOB GmbH & Co. KG, erörtert die technischen und wirtschaftlichen Vor- und Nachteile der wichtigsten Varianten, den Mitarbeiter einen bequemen Zugang zu ihren kommunalen Daten und –anwendungen zu ermöglichen, ohne mit dem Datenschutz in Konflikt zu kommen.

Eine große Mehrheit der Deutschen wünscht sich nach einer Forsa-Umfrage flexiblere Arbeitsbedingungen, zu denen auch die Möglichkeit zählt, in einem Home Office zu arbeiten. Zwei Drittel möchten gerne regelmäßig zu Hause arbeiten, rund die Hälfte sogar an mehreren Tagen. Und 17 Prozent ziehen gar das Home Office der Arbeit im Büro vor. Besonders ausgeprägt ist der Wunsch bei 80 Prozent der Jüngeren zwischen 30 und 39 Jahren.

Auch bei den IT-Mitarbeitern haben Freiheit und Flexibilität einen hohen Stellenwert: So wünschen sich diese nach einer Online-Umfrage im September 2008 als Nebenleistung in ihrem Arbeitsvertrag am häufigsten ein Home Office, wogegen der Firmenwagen erst auf Platz zwei rangiert. Ein Ergebnis, das sich auch mit einer Studie des Düsseldorfer Personalberaters Watson Wyatt deckt, in der 51 Prozent der IT-Fachkräfte angaben, ein Home Office sei ihnen sehr wichtig.

Die Gründe sind vielfältig: Unterschiedliche Biorhythmen von gerne nachts arbeitenden „Eulen“ und früh aufstehenden „Lerchen“ oder auch die bessere Vereinbarung von Berufs- und Familienleben zur Optimierung der Work-Life-Balance.

Interessen der Arbeitgeber

Werden spezielle Interessen berücksichtigt, so erhöht sich damit in vielen Fällen die Arbeitszufriedenheit und damit Motivation für den Mitarbeiter. Das gilt insbesondere auch für den Öffentlichen Dienst, der mit finanziellen Anreizen nicht so flexibel sein kann. Dies ist angesichts der bekannten Alterspyramide, die sich zunehmend zu älteren Menschen hin verschiebt, auch wichtig: Je eher die Menschen ihren Kinderwunsch mit dem Erhalt ihres Arbeitsplatzes vereinbaren können, desto eher werden sie sich auch für den mittlerweile so wichtigen Nachwuchs entscheiden. Fortschrittliche Arbeitgeber bieten daher Frauen und auch Männern die Möglichkeit, während der Baby-Pause von Zuhause aus zu arbeiten und erhalten somit ihre wertvollen Arbeitskräfte mit ihrem zum Teil sehr lange erworbenen berufsbezogenen Wissen. Neben reibungslosen Arbeitsabläufen hat dies auch einen gesamtgesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Vorteil.

Weniger die persönlichen Vorlieben Einzelner, sondern die tägliche Notwendigkeit eines umfassenden Services – etwa durch die Supportmitarbeiter in kommunalen Rechenzentren – ist ein weiterer Grund flexible Arbeitszeiten und Einsatzorte zu ermöglichen.

Vom Wunsch zur Realität

Die Lösung für alle diese Erfordernisse und Einsatzgebiete sind Remote-Arbeitsplätze, wie sie zum Beispiel beim Zweckverband „Kommunale Datenverarbeitung Region Stuttgart“ (KDRS) hausintern und den Verbandsmitgliedern seit 2002 zur Verfügung stehen. Auch die kommunale Informationsverarbeitung Reutlingen-Ulm (KIRU) bietet mehr als 800 Mitgliedern und Kunden aus dem öffentlichen und privaten Umfeld speziell für ihre Home-User, Administratoren und Service-Mitarbeiter flexible und sichere Internet-Verbindungen für den jederzeitigen Zugriff auf ihre Anwendungen (eGovernment Computing berichtete).

In Anbetracht der heutigen technischen Möglichkeiten ist dies auch kein Problem mehr – im Gegenteil. In vielen Fällen können durch die Nutzung von Home Offices oder durch den Einsatz freier Mitarbeiter, die organisatorisch und technisch voll eingebunden sind, auch Kosten eingespart werden.

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