Robotik im Klinik-Alltag

Wenn der OP-Roboter die Wirbelsäule stützt

| Autor: Manfred Klein

Die beiden Chefärzte Dr. Gregory Köppen und Dr. Carsten Schneekloth (vorne) demonstrieren die innovative Roboter-Technologie Renaissance TM mit dem stv. Kaufmännischen Direktor Markus Illigens und dem Hausoberer Christoph Robrecht
Die beiden Chefärzte Dr. Gregory Köppen und Dr. Carsten Schneekloth (vorne) demonstrieren die innovative Roboter-Technologie Renaissance TM mit dem stv. Kaufmännischen Direktor Markus Illigens und dem Hausoberer Christoph Robrecht (Bild: © ots)

In einer Umfrage im Frühling erwarteten 40 Prozent der Befragten, dass künftig Robotor im OP das Skalpell schwingen würden, dabei gehören sie in vielen Kliniken schon längst zum Alltag. Wie etwa im Brüderkrankenhaus St. Josef Paderbron, das so seine Expertise als überregionales Kompetenzzentrum im Bereich der Wirbelsäulenchirurgie weiter ausbauen will.

Das dabei eingesetzte Roboter-System Renaissance des Unternehmens Mazor Robotics unterstützt die Ärzte bei Wirbelsäulenverschraubungs-Operationen und soll so einen wichtigen Beitrag zur Patientensicherheit leisten.

Das Brüderkrankenhaus ist die einzige Klinik in Nordrhein-Westfalen, die über das Roboter-System Renaissance verfügt. In ganz Deutschland gibt es nur drei weitere mit einer solchen Einrichtung. Das Roboter-System ermöglicht eine dreidimensionale Planung des Eingriffs vorab am Computer und unterstützt während des Eingriffs bei der Bewegungsführung. Die Operation selbst wird auch weiterhin von einem Wirbelsäulenchirurgen durchgeführt.

„Mit der Kombination aus technischer Präzision und unserer ärztlichen Kompetenz, unserer Erfahrung und unserem Fachwissen können wir dem Patienten ein Höchstmaß an Sicherheit bieten“, so Dr. Köppen.

Mehr Präzision bei Roboter-unterstützten Eingriffen

„Für die Patienten bringt das eine ganze Reihe von Vorteilen. So können beispielsweise mehr Eingriffe minimal-invasiv, also durch kleine Hautschnitte durchgeführt werden. Zudem ist eine exaktere Platzierung während der Operation benötigter Implantate möglich“, erklärt Dr. Schneekloth.

Die Patienten verlören so während der Operation weniger Blut. Komplikationen und Schmerzen nach der Operation könnten stark reduziert werden. Auch die Röntgenzeit während des Eingriffs und damit die Strahlenbelastung könne so erheblich gesenkt werden. Durch die insgesamt geringere Belastung seien kürzere Krankenhausaufenthalte möglich und die Patienten wären in der Regel früher wieder fit für ihren Alltag. Von den Vorteilen der neuen Technologie können alle Patienten profitieren, die sich einer Wirbelsäulenverschraubungs-Operation unterziehen.

Eine Investition in die Patientensicherheit

Die Anschaffung des Geräts selbst und auch die regelmäßige Wartung durch hochqualifizierte Fachkräfte bedeuten für das Brüderkrankenhaus St. Josef einen hohen finanziellen Aufwand. Man habe sich dennoch bewusst für die Investition in den Roboter entschieden, weil wir unseren Patienten die bestmögliche Versorgungsqualität bieten möchten, so der stellvertretende Kaufmännische Direktor der Klinik, Markus Illigens. Illigens weiter: „Und die Zufriedenheit unserer Patienten ist ein wichtiges Kriterium für den Erfolg unserer Klinik“.

Informationsmaterial für Patienten und Ärzte

Betroffenen bietet eine neue Website ein umfangreiches Informationsangebot rund um das Behandlungsverfahren, den Verlauf der Operation mit RenaissanceTM sowie zur Nachsorge. Zuweisende Ärzte erhalten vom Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn eine Broschüre mit allen relevanten Details.

Die Wirbelsäulenverschraubungs-Operation

Als Wirbelsäulenverschraubung-Operation (Spondylodese) bezeichnet man einen operativen Eingriff im Bereich der Hals-, Brust- oder Lendenwirbelsäule, bei dem zwei oder mehr Wirbelkörper mit Schrauben und Stäben verbunden und dadurch vorübergehend oder dauerhaft versteift werden. Eine Versteifung der Wirbelsäule kann beispielsweise bei Wirbelgleiten oder nach Wirbelbrüchen erforderlich sein.

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