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Mobile Payment

Wenn der Kunde per Smartphone bezahlt

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Unabhängig von NFC-Funktionen lohnt sich laut Lexware ein klassisches EC-Terminal sowieso erst, wenn durchschnittlich eintausend Euro pro Monat darüber abgerechnet werden. Dies liegt vor allem an den hohen monatlichen Grundgebühren, Mindestumsätzen und Mietkosten für das Terminal – viel Geld für Kleinunternehmer und Existenzgründer. Für KMUs sind deshalb eher die alternativen mPOS-Lösungen wie Lexware pay interessant. Dabei werden Kartenzahlungen mit dem händlereigenen Smartphone oder Tablet entgegengenommen.

Die Infrastruktur steht also bereits zur Verfügung. Das senkt die Betriebskosten deutlich, denn monatliche Grundgebühren entfallen in der Regel vollständig. Und trotzdem kann der Kundenservice damit ganz einfach verbessert und Zahlungseingänge sofort verbucht werden; bargeldlose Kunden gehen damit nicht mehr verloren. Auch mPOS-Lösungen werden künftig NCF-fähig sein: So arbeitet Lexware derzeit mit dem Technologiepartner Wirecard an einer eigenen NFC-Lösung für Kleinunternehmer.

Positive Einschätzung

Großunternehmern, aber auch KMUs bietet die bargeldlose Zahlung noch weitere Vorteile: Laut der Studie Mobile in Retail ist immerhin jeder fünfte Händler der Meinung, durch mobile Bezahllösungen lasse sich der Abverkauf steigern. Und mehr als 50 Prozent der Händler sind überzeugt, dadurch ihr Image verbessern beziehungsweise pflegen zu können. Für die überwiegende Mehrheit der Handelsunternehmen ist Mobile Commerce gegenwärtig oder zukünftig von hoher strategischer Relevanz. Einen Anteil mobiler Zahlungen von mehr als 30 Prozent an allen Transaktionen betrachtet der überwiegende Teil des Handels allerdings als unrealistisch.

Die Anbieter der mobile Wallets sowie die Zahlungsnetzbetreiber prognostizieren hingegen die Verdrängung von Bargeld und eine erfolgreiche Digitalisierung aller bisher kartenbasierten Zahlungssysteme.

Ein starkes Argument für das Bezahlen mit Smartphone in diesem Zusammenhang bietet die Verschmelzung unterschiedlicher Aktionen am POS, zum Beispiel Payment, Couponing und Loyalty, sowie andere Arten der Kundenansprache und des Marketings, die dabei möglich sind. Apple pay wird ab iOS 9 hierfür eine Reihe von Möglichkeiten bieten.

Deutschland noch hintendran

Damit sich das kontaktlose Bezahlen in Deutschland verbreitet, muss vor allem die Infrastruktur an den Kassenterminals ausgebaut werden. Aktuell gibt es in Deutschland erst rund 60.000 Akzeptanzstellen für das kontaktlose Bezahlen per NFC, das entspricht rund acht Prozent aller Kassenterminals. In den kommenden zwei Jahren wird die Anzahl der NFC-fähigen Terminals nach Einschätzung des Bitkom (2015) aber rasch wachsen. Wenn die Kassenterminals flächendeckend umgerüstet sind, kann das Bezahlen per Smartphone in kürzester Zeit einen Durchbruch erleben.

Andere europäische Länder wie beispielsweise Großbritannien, Frankreich und Italien nutzen das Angebot heute schon deutlich stärker als ihre deutschen Nachbarn. In Asien und Afrika ist das Bezahlen mit dem mobilen Telefon – auf unterschiedliche Arten – bereits von der Bevölkerung vollständig akzeptiert. Wenn große Ketten und Anbieter in ganz Europa und weltweit den Trend mitgehen, steigt auch wieder der Druck auf kleinere Anbieter, ebenfalls umzurüsten. Gleichzeitig eröffnet uns NFC dann aber auch neue, komfortable und smarte Wege, damit wir alle unseren Alltag noch besser managen können.

Patrick Nassall, Haufe-Lexware.
Patrick Nassall, Haufe-Lexware.
(Bild: Haufe-Lexware)

* Der Autor Patrick Nassall ist Online-Marketing Manager bei der Haufe-Lexware GmbH & Co. KG.

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