Lizenzierung in der Öffentlichen Verwaltung

Wenn der Admin nur noch „Bahnhof“ versteht ...

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Beispiele für die Konfusion

... in einem Bereich, in dem es fast soviele Aussagen wie Personen gibt:

  • DOAG-Vorstandsmitglied: „Oracle erkennt bei der Nutzung von anderen Virtualisierungslösungen als Oracle VM diese nur als Softwarepartitioning an. Also müssen alle physikalischen Prozessoren des Servers bzw. des Serververbundes lizenziert werden.“
  • Aus einem Post meiner (recht erfolglosen) Xing-Diskussion zum Thema: „Laut Oracle LMS werden VMware DRS Host Affinity Rules nicht als Abgrenzung von Clusterressourcen anerkannt, welches im Klartext bedeutet, alle ESX-Cluster Knoten sind vollumfänglich zu lizenzieren. Es greifen hier weder die Partitioning Rule, wie bereits diskutiert, noch die Failover-Regelung, in der unter bestimmten Bedingungen ein Clusterknoten nicht zu lizenzieren ist.“
  • Aus einer englischen Diskussion: „Vsphere with a single server of no more than two sockets, you can license SE One. VSphere with a cluster with no more than 4 total sockets, Standard. Any other VShpere configuration, EE on all cores in the cluster. This was confirmed by the Oracle License Management folks in the Demoground at Openworld.“

Jeder ist herzlich eingeladen, die Aussagen von Oracle diesbezüglich zu überprüfen. Fragen Sie einfach einen Oracle Mitarbeiter Ihrer Wahl dieses: „Wo steht im für mich bindenden Vertragswerk, dass ich meinen ganzen Cluster lizenzieren soll?“ – Ein Garant für argumentative Hilflosigkeit.

Auf der VMworld 2012 wurde Richard Garsthagen, früher ironischerweise bei VMware, jetzt Director of Cloud Business Development EMEA bei Oracle, zu genau diesem Thema interviewt und gibt trotz Unternehmenswechsel dieselbe Position wie VMware wieder.

Kein Kommentar

Soweit die Schilderung des Administrators. eGovernment Computing hat Oracle, VMware und die Deutsche Oracle-Anwender-Gruppe (DOAG) um ein Statement gebeten. VMware schwieg bis Redaktionsschluss, Oracle antwortete: „Oracle wird das nicht kommentieren, wie Oracle generell Kundenbeziehungen nicht in den Medien diskutiert.“

Michael Paege, DOAG-Vorstand, verantwortlich für das Competence Center Lizenzfragen: „Nur der Hersteller kann Aussagen über die Lizenzierung seiner Software treffen. Aussagen anderer Hersteller sowie aus dem Internet ergooglete Aussagen müssen nicht der tatsächlichen Situation entsprechen oder korrekt sein. Auch die DOAG sieht die Regeln der Lizenzierung bei virtualisieren Server-Umgebungen – vor allem bei VMware – kritisch und ist darüber seit gut zwei Jahren mit Oracle in Diskussion, unter anderem auch mit Jeb Dasteel, Chief Customer Officer bei Oracle Corp. Leider hat dies jedoch noch nicht zu einer Änderung der Regeln seitens Oracle geführt. Die DOAG fordert schon lange ein Lizenzmodell, das Grid- und Cloud-Konzepte gut unterstützt.“ – „Die derzeitige Lizenzpolitik von Oracle geht in Teilen an den Interessen der Kunden vorbei“, so DOAG-Vorstandschef Dr. Dietmar Neugebauer. „Noch profitiert Oracle insbesondere im Bereich der Datenbank-Produkte von der über Jahrzehnte entstandenen Abhängigkeit der Kunden. Oracle wird aber auf seine Kunden zugehen müssen, wenn sie langfristig das Vertrauen erhalten möchten.“ vio

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