Lizenzierung in der Öffentlichen Verwaltung

Wenn der Admin nur noch „Bahnhof“ versteht ...

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In einem Satz: Es wird beschrieben, welche Möglichkeiten bestehen (oder welche nicht), einen einzelnen physikalischen Server zu unterteilen und welche Auswirkungen dies auf Oracle-Lizenzen hat.

Und Du bist doch ein Stuhl

An dieser Stelle entsteht ein ziemlich ähnliches Szenario wie das aus der Einleitung. Entgegen der eigenen Sprachlogik wird nun der Barhocker zu einem Stuhl gemacht.

Oracle LMS abstrahiert den Begriff „Soft-Partitioning“ nämlich soweit, dass er zusätzlich auf VMware Cluster und ähnliche Konstellationen angewandt wird. Es ist nicht mehr nur eine Aufteilung eines Servers, sondern plötzlich auch die Einteilung eines ganzen Clusters. VMware & Co. sagen nicht zu Unrecht: Das steht aber gar nicht im Lizenzvertrag! Und Oracle LMS kann nicht willkürlich und nachträglich neue Bestimmungen für eine sogenannte „Restricted License“ erfinden – schließlich werden mit Abschluss des schriftlichen Lizenzvertrages alle anderweitigen Absprachen nichtig.

In der Folge kaufen Kunden Lizenzen für ihren VMware Cluster schon aus Gründen der Sicherheit. Man will nicht nachträglich mit hohen Beträgen belastet werden, weil Oracle eine Nachlizenzierung verlangt. Und wer legt sich schon gerne mit einem Milliardenkonzern an?

Nun ist es außerdem so, dass die ganze Verwirrung um dieses Thema nicht ganz neu ist. Das VMware-Papier kam bereits Ende 2011 heraus. Nichts wäre leichter, als die Lizenzbestimmungen so zu fassen, dass bestehende Ungereimtheiten beseitigt werden – eine vermeidliche Selbstverständlichkeit gegenüber den eigenen Kunden. Finanziell wäre das aber aufgrund o.g. Konstellation sogar eher von Nachteil für Oracle, da „Angstkäufe“ nicht mehr in dem bestehenden Umfang getätigt würden.

Im Raum steht natürlich auch die Frage, inwieweit eine Lizenzabteilung die Kompetenzen hat, bestehendes Vertragswerk nicht nur auszulegen, sondern auch teilweise darüber hinaus eigene Bestimmungen zu platzieren, ohne dies schriftlich irgendwo festzuhalten. Nicht zuletzt tun sich bei der Thematik auch riesige Kostenunterschiede auf, da eine Oracle-Lizenz nicht billig ist und man gleich über fünf- bis sechsstellige Beträge debattiert.

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