Lizenzierung in der Öffentlichen Verwaltung

Wenn der Admin nur noch „Bahnhof“ versteht ...

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Unter dem Strich

  • Liest man nur das verbindliche Oracle-Vertragswerk plus Zusätze (OLSA, Software Investment Guide, sonstige zugehörige Dokumente), kommt man von selbst nicht auf die Idee, seinen ganzen V­Mware Cluster zu lizenzieren.
  • Die Oracle-Lizenzabteilung (auch Oracle LMS genannt – License Management Services) wird auf Nachfrage mitteilen, dass der ganze Cluster zu lizenzieren sei, da es sich hierbei um einen Fall von „Soft-Partitioning“ handele.
  • VMware ist sich seiner Sache deswegen so sicher, da der Oracle-Lizenzvertrag, also das, was der Kunde tatsächlich in bindender Schriftform vorliegen hat, keine Aussagen macht, die die Position der Lizenzabteilung untermauern.
  • Zwischen den grundverschiedenen Aussagen dieser beiden Giganten sitzt der Kunde, der für die korrekte Lizenzierung verantwortlich ist – Glückwunsch!

Pro …

Das gewichtigste Argument, den Cluster komplett zu lizenzieren, ist natürlich, dass dies eine Aussage des Herstellers ist. Lizenzberater geben das dementsprechend in dieser Form weiter. Auch die DOAG (Deutsche Oracle-Anwender-Gruppe) schreibt auf ihren Frage-und-Antwort-Seiten zum Thema:

„Das gesamte Cluster muss lizenziert werden. Dies ist eine grundsätzliche Regel bei Softpartitionierung, der VMWare und HyperV zugerechnet werden.“

Über solcherlei Multiplikatoren landen entsprechende Aussagen letztlich in Blogs oder in Fachzeitschriften.

... und Contra

Zunächst einmal sollte man einen Blick darauf werfen, WER die C­ontra-Seite repräsentiert. Da wäre natürlich VMware, das der oben genannten Aussage mit einem eigenen Whitepaper widerspricht. Richtig bizarr wird es beispielsweise im Falle des gar nicht so kleinen amerikanischen Systemhauses „House Of Brick“, dessen CEO Nathan Biggs auf deren Homepage in seinem Blog wörtlich schreibt: „Oracle will say you have to license a full cluster, even if there is no chance of a workload hitting certain nodes. You don’t!“

Die Pointe: House Of Brick ist zertifizierter Oracle Partner.

Das Hauptargument ist hier: Oracle LMS stellt Forderungen, die nicht vom Lizenzvertrag gedeckt sind. Eine sehr ausführliche und logisch konsistente Argumentation liefert David Welch, ebenfalls bei House Of Brick tätig, in einer Diskussion im EMC-Forum. Neben vielen anderen Punkten wird auch hier auf die Bindekraft des schriftlichen Lizenzwerks verwiesen mit der Folgerung: „What Oracle verbally represents on this or any other contractual topic for that matter is of absolutely no relevance whatsoever.“

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