Europäisches Ausland als Vorbild

Weniger Bürokratiekosten für die Wirtschaft

20.12.2006 | Autor / Redakteur: Dr. Rainer Graf, Thomas Heße / Gerald Viola

Konkreter Umsetzungsschritt

Für die 436 betrachteten Dienstleistungen ergibt sich für 2006 ein externes monetäres Nutzenpotenzial von rund 430 Millionen Euro. Die Kundengruppe der Bürger (G2C) ist derzeit die Gruppe mit dem größten Anteil von 44 Prozent am Gesamtnutzenpotenzial, dicht gefolgt von der Wirtschaft (G2B) mit 38 Prozent (entspricht rund 163 Millionen Euro). Die Verwaltung (G2G) profitiert mit 18 Prozent.

Für die Zielgruppe „Unternehmen“, die zunächst am stärksten vom Bürokratieabbau profitieren soll, hat sich zudem Folgendes gezeigt:

  • Bezogen auf die einzelnen Dienstleistungstypen von BundOnline erzeugen „Zusammenarbeit mit Behörden“ und „Beschaffungsvorhaben“ im Durchschnitt das höchste Nutzenpotenzial.
  • Die größten branchenspezifischen Nutzenpotenziale der derzeitigen BundOnline-Dienstleistungen ergeben sich für den Handel, bezogen auf den Dienstleistungstyp 7a (Beschaffung / Vergabe; rund 9 Millionen Euro), und für die Branche Kredit- und Versicherungsgewerbe, bezogen auf den Dienstleistungstyp 8 (Durchführung von Aufsichtsmaßnahmen; rund 6,7 Millionen Euro). Das mit Abstand größte einzelne Nutzenpotenzial des Gesamtnutzenpotenzials bei den Unternehmen, das nicht branchenspezifisch ausgewiesen ist, bezieht sich mit rund 45 Millionen Euro auf den Dienstleistungstyp 5 (Allgemeine Antragsverfahren).
  • Der Arbeitsaufwand für Verwaltungstätigkeiten pro Mitarbeiter ist in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU, 0 - 9 Mitarbeiter) – im Vergleich zu Unternehmen anderer Betriebsgrößen – am höchsten. Aufgrund der Anzahl der KMU wird durch BundOnline in dieser Gruppe das mit Abstand höchste Nutzenpotenzial generiert und aufgrund der im Verhältnis stärksten Belastung mit Verwaltungskontakten (64 Stunden pro Mitarbeiter und Jahr) der Bürokratieabbau am stärksten gefördert.

Auf den ersten Blick erscheint das Nutzenpotenzial für die Wirtschaft relativ klein. Es muss jedoch bedacht werden, dass ein erheblicher Anteil der Bürokratiekosten bei der Zusammenarbeit der Unternehmen mit anderen Verwaltungsebenen (Länder, Kommunen) entsteht und das errechnete Nutzenpotenzial sich lediglich auf die 436 betrachteten BundOnline-Dienstleistungen bezieht, die sich nur zum Teil an den Kundenkreis Unternehmen richten. Viele Meldepflichten (das Institut für Mittelstandsforschung weist für 2005 insgesamt 360 unterschiedliche Verpflichtungen aus) und die Verwaltungskommunikation im Zusammenhang mit Steuern, Finanzen und Zoll sind durch die BundOnline-Dienstleistungen (noch) nicht abgedeckt.

Darüber hinaus sei darauf verwiesen, dass gerade das Programm eGovernment 2.0 die elektronische Zusammenarbeit zwischen Behörden und Unternehmen über gemeinsame Prozessketten als einen Schwerpunkt definiert.

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