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Uni Passau tüftelte mit den Stadtwerken Wenig Wind, keine Sonne: Rechenzentrum drosselt Server

| Redakteur: Gerald Viola

Deutscher Rechenzentrumspreis für ein Forschungsteam der Uni Passau: Die Wissenschaftler haben mit den örtlichen Stadtwerken und einem IT-Dienstleister eine automatische Stromverteilung ausgetüftelt, die bei niedrigem Stromangebot die Server drosselt.

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Prof. Hermann de Meer (Mitte) bei der Preisverleihung in Sinsheim mit Moderator Gerd Marohn (links) und Bernd Fleischer, Leiter Business Development, Zentralvertrieb des Sponsors Hochtief Solutions AG (Foto: Uni Passau)
Prof. Hermann de Meer (Mitte) bei der Preisverleihung in Sinsheim mit Moderator Gerd Marohn (links) und Bernd Fleischer, Leiter Business Development, Zentralvertrieb des Sponsors Hochtief Solutions AG (Foto: Uni Passau)

Prof. Hermann de Meer und die Mitarbeiter seines Lehrstuhls für Informatik mit Schwerpunkt Rechnernetze und Rechnerkommunikation erhalten den mit 3.000 Euro dotierten Deutschen Rechenzentrumspreis in der Kategorie „Ideen und Forschung rund um das RZ“. Zusammen mit dem IT-Dienstleister :a:k:t: und den Stadtwerken Passau arbeiten sie im Projekt All4Green an einer automatischen Steuerung der Stromverteilung, die den Verbrauch der Kunden abstimmt auf das Angebot im Netz.

Mit einer Testumgebung im :a:k:t:-Rechenzentrum tüfteln die Projektpartner an einer Software, die den Energieverbrauch der Server anpasst an das Stromangebot im Netz der Stadtwerke. Sinkt die Stromzufuhr, weil an einem windstillen, trüben Tag mit Niedrigwasser weder Wind- und Sonnenenergie noch Wasserkraft in ausreichendem Maß zur Verfügung stehen, soll die Hardware von :a:k:t: energieintensive Rechenoperationen auf einen günstigeren Zeitpunkt verschieben.

Das Projekt All4Green baut auf der Zusammenarbeit der Universität mit dem Passauer Unternehmen :a:k:t: zur Stromeinsparung in deren Rechenzentrum auf.

„Auf dem Weg zur Energiewende ist ein geringerer Verbrauch aber nur ein erster Schritt. Die Energie-Probleme der Zukunft werden nicht durch Insellösungen beherrschbar, sondern durch Ansätze, die Energie-Erzeuger, –Transporteure und -Verbraucher sowie die Kunden letzterer einbeziehen“, erklärt Prof. Hermann de Meer.

Rechenzentren mit ihrem enorm hohen Verbrauch seien dazu besonders geeignete Forschungspartner. Um den Ansatz von All4Green über den Passauer Modellversuch hinaus populär zu machen, sind am All4Green-Konsortium weitere Forschungseinrichtungen und potentielle Anwender wie der Konzern Hewlett Packard beteiligt.

Der Deutsche Rechenzentrumspreis belegt aktuell ebenfalls die Attraktivität des Konzeptes für die Wirtschaft. In der Jury sitzen neben Wissenschaftlern auch hochrangige Vertreter von Unternehmen wie Microsoft, IBM, Vodafone und T-Systems. Die Schirmherrschaft haben die halbstaatlichen Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) und der baden-württembergischen Umweltministers Franz Untersteller inne.

Mit der jährlich stattfindenden Veranstaltung „future thinking“ in Sinsheim und dem damit verknüpften Deutschen Rechenzentrumspreis sollen neue Ideen zur Effizienz, insbesondere zur Energieeffizienz, rund um das Rechenzentrum präsentiert und ausgezeichnet werden.

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