Suchen

Über 40 Prozent der Verwaltungen planen noch Wenig Social-Media-Kompetenz in Behörden

| Redakteur: Gerald Viola

Die twitternde Öffentliche Verwaltung, die Sicherheitsbehörden mit Fahndungsmeldungen auf Facebook – das sind Ausnahmen. Social Media ist bei einem großen Teil der Behörden noch immer kein wichtiges Thema. Hoher Aufwand (76,0 Prozent) und potenzieller Kontrollverlust (54,9 Prozent) gelten in der Wirtschaft und in der Politik als größte Hindernisse der Social-Media-Nutzung.

Firma zum Thema

Öffentliche Verwaltungen, die Politik und sogar die Verbänden liegen bei der Social-Media-Kompetenz auf dem letzten Platz (© Universität Leipzig / Fink & Fuchs PR AG 2011, www.socialmediagovernance.eu)
Öffentliche Verwaltungen, die Politik und sogar die Verbänden liegen bei der Social-Media-Kompetenz auf dem letzten Platz (© Universität Leipzig / Fink & Fuchs PR AG 2011, www.socialmediagovernance.eu)
( Archiv: Vogel Business Media )

Trotz steigender Investitionen und zunehmender Nutzung werden die Potenziale von Social Media für die Kommunikation von vielen Unternehmen, Non-Profit-Organisationen, Behörden und Verbänden bei weitem noch nicht ausgeschöpft.

Bildergalerie

Dies zeigt die Studie „Social Media Governance 2011“, die die Universität Leipzig gemeinsam mit der Fink & Fuchs Public Relations AG und dem Magazin pressesprecher nach der Pilotstudie 2010 in diesem Jahr zum zweiten Mal durchgeführt hat.

Befragt wurden 596 Kommunikationsverantwortliche im deutschsprachigen Raum. Die Studie erhebt den Status quo der Social Media Governance, also die Ausprägung von Ordnungsrahmen für das strategische Management von Social-Media-Aktivitäten in deutschsprachigen Organisationen. Sie identifiziert Einflussfaktoren und Voraussetzungen für Kommunikation im Social Web und untersucht die damit verbundene Veränderung des Arbeitsalltags und der notwendigen Kompetenzen.

Die Zahl der Organisationen, die Social Media aktiv in der Kommunikation einsetzen, ist in den vergangenen zwölf Monaten von 54,3 auf 71,3 Prozent gestiegen. Trotz des hohen Zuwachses liegt die Entwicklung hinter den 2010 geäußerten Erwartungen, denen zufolge bereits acht von zehn PR-Abteilungen aktiv sein müssten. 28,7 Prozent der Befragten sind nicht im Social Web aktiv.

Die Studie zeigt weiterhin, dass bei deutlich gestiegenem Commitment des Managements (48 Prozent) die notwendigen organisatorischen Rahmenbedingungen für Social Media verbessert wurden. Dennoch gibt es bislang nur bei maximal einem Drittel der befragten Organisationen dezidierte personelle Ressourcen, Guidelines, Trainingsangebote oder Monitoring-Tools für Social Media.

Erfolgskennzahlen oder Social Media Budgets sind nur bei rund 15 Prozent vorhanden. Zudem sorgen der aus Social Media entstehende Alltagsdruck und wachsende Erfahrung für eine nüchternere Betrachtungsweise der Entwicklung. So sieht nur ein gutes Drittel der Befragten die eigene Organisation gut gerüstet für Social Media.

In Behörden, politischen Institutionen und Verbänden ist das Kompetenzniveau signifikant niedriger als in Unternehmen und Non-Profit-Organisationen. Bemerkenswert: Obwohl seit Jahren über den durch Social Media bedingten Strukturwandel der PR diskutiert wird, haben insgesamt weniger als 50 Prozent der Befragten einschlägige Trainings besucht.

(ID:2052686)