Datenplattform Data.Europa.EU Weiterentwicklung des Europäischen Datenportals

Redakteur: Ira Zahorsky

Das Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union hat einem Konsortium aus elf Partnern den Zuschlag für einen Rahmenvertrag mit einer Laufzeit von sechs Jahren zur Entwicklung einer neuen Datenplattform erteilt: Data.Europa.EU.

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Öffentliche Datenressoucen sollen im neuen euroäischen Datenportal Data.Europa.EU zusammenfließen.
Öffentliche Datenressoucen sollen im neuen euroäischen Datenportal Data.Europa.EU zusammenfließen.
(Bild: gaihong - stock.adobe.com)

Data.Europa.EU soll das bereits bestehende Europäische Datenportal und das Open Data Portal der Europäischen Union in eine zentrale, kohärente Kernkomponente der Dateninfrastruktur des öffentlichen Sektors integrieren, die von der Europäischen Union, ihren Institutionen und Mitgliedsstaaten entwickelt wurde. Das Portal basiert auf technologischen Datenlösungen von Fraunhofer FOKUS und wird, wie bereits seine Vorgänger, auf drei Säulen aufbauen:

  • 1. Zugang zu öffentlichen Datenressourcen in ganz Europa über die zentrale Anlaufstelle, das Portal selbst, das über 1 Million Datensätze aus 36 Ländern, 6 EU-Institutionen und 79 anderen EU-Einrichtungen und -Behörden bereitstellt.
  • 2. Unterstützung der EU-Institutionen und der Mitgliedstaaten durch die Einrichtung von „Communities of Practice“ für nationale Open-Data-Portal-Betreiber und Richtliniengeber, sowie Schulungen und Beratung zur Verbesserung, zum Erhalt und zur Dokumentation von Datenveröffentlichungspraktiken
  • 3. Nachweis der sozioökonomischen Vorteile der Wiederverwendung öffentlicher Datenressourcen und verschiedener Anreize zur Förderung und Veranschaulichung von Akzeptanz und Wertschöpfung.

Das Ziel von Data.Europa.EU ist es, diesen Drei-Säulen-Ansatz zu nutzen, um die Schaffung und Verbesserung von Prozessen, Produkten und Dienstleistungen zu unterstützen, die öffentliche Datenressourcen wiederverwenden, um wirtschaftliche, gesellschaftliche, politische und ökologische Effekte und Mehrwerte zu erzielen. Je mehr diese Auswirkungen dokumentiert und verstanden werden, desto stärker werden der Zugriff auf die Daten, deren Auffindbarkeit und die Datenaufnahme zunehmen. Die jüngste Capgemini Invent-Studie, die im Jahr 2020 im Zusammenhang mit dem Europäischen Datenportal veröffentlicht wurde, beziffert den Wert für Open Data in Europa im Jahr 2025 mit einer Größenordnung zwischen 199 (Basis-Szenario) und 334 (Szenario mit hohem Wachstum) Milliarden Euro.

„Data.Europa.EU ist die neue zentrale Anlaufstelle für hochwertige Daten innerhalb Europas. Dies ist ein großer Schritt vorwärts in Richtung einer Harmonisierung der Daten in der Europäischen Union. Data.Europa.EU setzt Standards für öffentliche Daten und bietet enormen Mehrwert für alle europäischen Länder“, sagt Prof. Dr. Manfred Hauswirth, Institutsleiter des Fraunhofer FOKUS.

Neben der Verbesserung der bereits bestehenden beiden Dienste, wird der neue Rahmenvertrag auch die Messung der Reife offener Daten in Europa und der sozioökonomischen Auswirkungen offener und geteilter Daten in Europa im Hinblick auf die aktuellen und geplanten Entwicklungen umfassen. Europäische Länder, in denen der Verbesserung der Auffindbarkeit von Daten und der Verbesserung von Datenportalen besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte, um die Wiederverwendung öffentlicher Datenressourcen in den jeweiligen Ländern und Gemeinden zu fördern, werden gleichermaßen unterstützt.

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