Digitalisierungsplattform civento

Weitere Schritte in der Umsetzung des OZG in Hessen

| Autor: Ann-Marie Struck

Anträge, An- und Abmeldung sowie Bußgeldzahlungen können in Hessen nun bequem online abgewickelt werden
Anträge, An- und Abmeldung sowie Bußgeldzahlungen können in Hessen nun bequem online abgewickelt werden (© artinspiring - stock.adobe.com)

Die Hessische Zentrale für Datenverarbeitung (HZD) und die ekom21 unterzeichneten Anfang April einen Überlassungsvertrag für die Digitalisierungsplattform civento. Die Plattform soll das Land Hessen bei der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) unterstützen.

Die Deadline ist gesetzt. Bis 2022 sollen Bund, Länder und Kommunen ihre Dienstleistungen online zur Verfügung stellen. Ein Teil der OZG-Strategie der ekom21 ist die digitale Plattform civento.Über diese werden derzeit über 80 digitale Prozesse angeboten. Darunter zählen: die Beantragung eines Parkausweises, die Anmeldung eines Hundes, die Einsichtnahme in laufende Ordnungswidrigkeiten inklusive des Bezahlens von Bußgeldern über die An-, Ab- und Ummelden von Mülltonnen. Nun werden die auf civento bereitgestellten Angebote die Digitalisierungsplattform der HZD ergänzen.

Joachim Kaiser, Direktor der HZD, erklärt zu den neuen Maßnahmen: „Das Onlinezugangsgesetz verlangt die Digitalisierung von Verwaltungsdienstleistungen und damit auch die Möglichkeit, dass Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen Anträge online stellen können. Dahinter liegen Verwaltungsprozesse auf der Ebene des Landes und der Kommunen. Als öffentliche IT-Dienstleister in Hessen ist es für HZD und ekom21 daher nur konsequent, gemeinsame Infrastrukturen und Lösungsbausteine zu nutzen.“

ekom21-Geschäftsführer Ulrich Künkel, Dr. Udo Ornik (HZD-Abteilungsleiter), Joachim Kaiser (Direktor der HZD), Thomas Kaspar (Technischer Direktor der HZD) und ekom21-Geschäftsführer Bertram Huke (v.l.n.r.)
ekom21-Geschäftsführer Ulrich Künkel, Dr. Udo Ornik (HZD-Abteilungsleiter), Joachim Kaiser (Direktor der HZD), Thomas Kaspar (Technischer Direktor der HZD) und ekom21-Geschäftsführer Bertram Huke (v.l.n.r.) (© HZD)

Möglichkeiten der Erweiterung

Einen Vorteil der neuen Plattform ist, dass mit der Antragskomponente von civento Bürger und Bürgerinnen sowie Unternehmen Anträge online stellen können. Durch civento werden die von den Bürgern eingegebenen Daten automatisiert dem jeweiligen Fachverfahren zur Verfügung gestellt. Dadurch wird ein durchgängiger Prozess von Eingabe, Einspeisung in die Anwendung bis hin zur Abwicklung, inklusive Bezahlung per ePayment ermöglicht. Darüber hinaus erfüllt sie den bundesweiten Standard FIM (Föderiertes Informationsmanagement) zur Geschäftsprozessmodellierung.

Praxisbeispiel

Die Digitalisierungsplattform wurde auch schon in der Praxis mit dem Standesamtportal getestet. Bundesweit waren das Land Hesse und die ekom21 die Ersten, die für dieses Handlungsfeld eine einheitliche Plattform in Betrieb genommen. Hierfür wird das Bürger- und Servicekonto des Landes Hessen genutzt, das bei der ekom21 gehostet wird.

Die Digitalisierungsplattform civento besteht aus verschiedenen digitalisierten Arbeitsabläufen, die in einer Prozessbibliothek zur Verfügung gestellt und von Kommunen sowie Bundesländern genutzt werden können. Dadurch, dass alle Beiteilgten die bereitgestellten Prozesse mitnutzen können, soll die Entwicklung und der gegenseitigen Austausch von digitalisierten Prozessen forcieren werden.

Plattform statt Bürgerportale

Studie Digital Government

Plattform statt Bürgerportale

02.04.19 - Zufriedenere Bürger und Unternehmen beim Austausch mit Behörden sind Kernziel der Digitalisierung der Öffentlichen Verwaltung. Das dürfte mit einer digitalen Plattform deutlich besser erreichbar sein als mit Einzeldiensten und heterogenen Fachportalen. Durch die Nutzung gemeinsamer Komponenten könnte eine hohe Wiederverwendungsquote von Basisdiensten erreicht werden. Die föderalen Strukturen erschweren allerdings die Realisierung. lesen

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